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Vorwort
Im Jahre des Herrn 1985 empfing mich Neukölln wie eine oft berührte Schöne: Sie lockte mich mit dem breiten Lächeln ihrer schadhaften Häuserreihen, wohl wissend, dass ich sie eines Tages wieder verlassen würde. Zuvor aber wollten wir es uns zusammen richtig behaglich machen.
Mit Seesack, Plattenspieler und drei Unterhosen war ich damals nach Westberlin gekommen. Die Stadt galt unter jungen Möchtegernfreaks als das sagenhafte Vineta für Lebensexperimente aller Art - von A wie Alkoholismus bis Z wie Zweisamkeit. Sie war der pure Punk - ich musste da unbedingt hin, egal wie, egal um welchen Preis, egal in welches Viertel. Dass ich meine erste eigene Wohnung ausgerechnet im Stadtteil Neukölln bezog, war jedoch Zufall. Sie stand in der Zeitung, sie war billig und sie war zu haben.
Die ersten Tage in der Boddinstraße waren seltsam. Aus den Kneipen taumelten graugesichtige Säufer, die, geschockt vom Tageslicht und der frischen Luft, sich gerade noch ins Erdgeschoss-Bordell meines Hauses retten konnten. Nicht selten wurde ich nachts aus dem Bett geläutet, obgleich ich mein Klingelschild um den Zusatz »KEIN PUFF!« ergänzt hatte. Die Gehwege waren mit Scherben, Hausrat und Hundekot übersät. Dass diese Form von Chaos nichts mit Punk zu tun hatte, spürte sogar ich.
Die Bude kostete achtundneunzig Mark Kaltmiete -
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