Bővebb ismertető
Warum wenden wir uns gerade dem heiß umstrittenen, von vielen Autoren für
unlösbar gehaltenen Problem der Klassifizierung psychopathologischer Störungen
zu?
Als wichtigste interdisziplinäre Aufgabe der Klinischen Psychologie im Rah-
men unseres sozialistischen Gesundheitswesens sehen wir die Entwicklung und
Optimierung psychotherapeutischer und psychoprophylaktischer Methoden an,
bieten sie doch Möglichkeiten, durch das Erkennen und den Abbau beeinträch-
tigender Faktoren einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und gegebenenfalls
Wiedererlangung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit sowie des
Wohlbefindens unserer Bürger zu leisten. Das entspricht voll den Zielstellungen,
die die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands in ihrem auf dem IX. Parteitag
angenommenen Programm vertritt:
„Entwickelte sozialistische Gesellschaft - das heißt also, alle Bedingungen zu
schaffen, damit sich die gesellschaftlichen Beziehungen und die körperlichen und
geistigen Fähigkeiten der Menschen voll entfalten können, alle Möglichkeiten zu
eröffnen, daß sie ihr Leben inhaltsreich und kulturvoll zu gestalten vermögen,
daß das Denken und Handeln der Werktätigen von der sozialistischen Ideologie,
der marxistisch-leninistischen Weltanschauung der Arbeiterklasse geprägt wird"
(1976, S. 22).
Der Forderung an die medizinische Forschung, durch „die Aufklärung von
Ursachen und Bedingungen für Krankheiten und Gesundheit" der ärztlichen
Praxis neue Wege zu erschließen sowie „durch die Erforschung sozialer Faktoren,
die Krankheiten begünstigen einen medizinischen Beitrag zur Verbesserung
der Arbeits- und Lebensbedingungen der Bürger zu leisten (S. 46), ist die Klini-
sche Psychologie in starkem Maße verpflichtet, da diese Aufgabe nur in enger
Gemeinschaftsarbeit lösbar ist. Die Entwicklung effektiver Behandlungsmetho-
den für psychisch gestörte Patienten ist daher Hauptanliegen der Forschungen
des Lehrbereichs Klinische Psychologie der Humboldt-Universität im Rahmen
des Forschungsprojektes des Ministeriums für Gesundheitswesen „Psychonervale
Störungen". Eine Weiterentwicklung von Psychotherapiemethoden aber erfordert
eine präzise Effektivitätsmessung auf der Grundlage einer validen, also empirisch
gesicherten Klassifizierung psychischer Störungen; d. h., es ist in Forschung und
Praxis von der Einheit und dialektischen Wechselwirkung von Psychodiagnostik
und Psychotherapie auszugehen, um zu einer echten Indikationsdiagnostik zu ge-
langen.
Wie wir noch zeigen werden, genügen die in Praxis und Literatur vorhandenen
Klassifikationssysteme psychischer Störungen in vielfacher Hinsicht nicht den An-