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Anstelle eines Vorworts
Bärbel Koppetz, Vertriebene aus Schlesien, 1985: »Als ich jung war, habe ich die ganzen Erlebnisse verdrängt. Erstens mal, weil ich jung war. Die Zukunft lag vor einem, und dann waren die Kinder. - Aber jetzt, seit ich älter geworden bin, denke ich doch oft darüber nach, vor allen Dingen auch, seit viel in den Medien zum vierzigsten Jahrestag berichtet wird. Und dabei stelle ich immer wiederfest, daß heute von >Aufrechnen< oder >Revanchismus< gesprochen wird, aber ich finde das völlig verkehrt. Von Aufrechnen ist überhaupt nicht die Rede, denn es läßt sich nicht leugnen, daß Deutsche sehr viel Schuld auf sich geladen haben. Man muß aber auch von der Schuld an Deutschen reden. Das sind beides historische Tatsachen, und man kann nicht das eine unentwegt erwähnen und das andere verschweigen. Das bringt auf Dauer nichts.
Es ist ja auch in der PoUtik ähnUch. Man hat versucht, diese Realität der Vertreibung irgendwo zu verschweigen oder nicht darüber zu sprechen, weil es politisch opportun war, weil man sich mit dem Osten aussöhnen wollte. Mein Mann und ich, der ebenso Vertriebener ist wie ich, wir waren damals, als die Aussöhnung mit dem Osten begann, eigentlich auch der gleichen Meinung: Man muß da eine Aussöhnung herbeiführen.
Aber man kann nicht immer nur die Deutschen als Verbrecher hinstellen und von der Schuld der anderen nicht sprechen, denn es gibt in jedem Volk Gute und Böse, so war es schon, seit der Mensch besteht.
Und darum finde ich es ganz wichtig, daß man auch über