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Vorwort Am 26. Mai 1700, Mittwoch abends gegen 6 Uhr, hat der allmáchtige Gott mich in Dresden mit meinem Sohne Nicolaus Ludwig in Gnaden beschenkt, welcher aber nach 6 Wochen zur vaterlosen Waise geworden, da mein herzliebster Gemahl, dessen Herr Vater, der selige Gráf von Zinzendorf, mir von der Seite gerissen worden. - Der Vater der Barmherzigkeit regiere dieses Kindes Herz, dafi es in den Wegen der Tugend aufrichtig einhergehe. Er lasse kein Unrecht über ihn herrschen und seinen Gang gewifí sein in seinem Wort: so wird es ihm an keinem Guten hier zeitlidi und dort ewiglidi fehlen, sondern er wird in der Tat erfahren, dafi der König aller Könige und der Herr aller Herren von sich sagte: Ich bin der Waisen Vater." So steht es in der Zinzendorfschen Hausbibel. Es hat spáter - das sei hier schon vermerkt - der Sohn, dessen Geburt oben angezeigt wird, zu diesem mütterlichen Segenswunsch die beiden lateinischen Worte an den Rand der Heiligen Schrift gezeichnet: FAGTUM EST! Dafi es tatsáchlidi so geschehen ist, versucht unser Lebensbild zu zeigen. Möge es dazu beitragen, dafi die erkaltete Liebe unserer Herzen weicht und dafi die wahrhaftigen Quellen allén Lebens und Dienens wieder bewufit gemacht werden: Glaube, Hoffnung, Liebe! In der Not unserer Tage bedürfen wir der Zuversicht und des Gottvertrauens mehr denn je. Vielen wird Zinzendorf ein Wegweiser sein können zu den Quellen eines gesegneten Lebens. So mag dieses Büchlein, das meinem gütigen Vater in Dankbarkeit gewidmet ist, dazu helfen. Carl Heinz Kurz