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NIEDERRHEIN im Farbbild
Die Landschaft hier zwischen Rhein und Maas ist sehr facettenreich mit ihrem ganz eigenen niederrheinischen Charme und die Menschen blicken auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Römer, Franken, Spanier, Franzosen, Engländer und Türken beeinflussten hier in der linksrheinischen Region die Kulturentwicklung. Davon zeugen noch heute archäologische Ausgrabungen in Xanten, Burgen und Schlösser, mittelalterliche Stadtkerne und die bekannte Wallfahrtskirche in Kevelaer Doch schwelgen die Menschen am Niederrhein nicht nur in alten Traditionen, längst hat die Industriezeit, haben Stahlproduktion in Duisburg und Kohlebergbau im südlichen Teil des Niederrheins Einzug gehalten. Und auch die Kunst hat sich verändert im Laufe der Jahrhunderte: Während die Maler früher die Landschaft mit all ihren Seiten auf ihren Bildern darstellten, machte sich der wohl berühmteste moderne Künstler und Niederrheiner Joseph Beuys einen Namen. Im neu restaurierten Schloss Moyland in Goch werden seine Werke ausgestellt.
Doch halt, nun sind wir schon am Ende des 20. Jahrhunderts angelangt und haben noch nicht einmal die Römer genauer unter die Lupe genommen. Kein geringerer als Julius Cäsar erreichte den Niederrhein bereits 55 bis 53 v Chr, Kaiser Augustus ließ die römische Provinz Niedergermanien später militärisch sichern. Rund 500 Jahre lang hielten sich die Römer am Niederrhein auf. Um sich gegen die Germanen rechts des Rheins zu behaupten, bauten sie Schutzwälle. Xanten war der nördlichste und deshalb strategisch wichtigste Ort des römischen Imperiums. Aber auch Neuss, Krefeld, Dormagen und Moers waren zu dieser Zeit Legionslager der Römer Um diese Orte entwickelte sich ein buntes Treiben. Handwerker, Händler und Gastwirte siedelten sich an. Die städtebaulich versierten Römer verhalfen der Region zu einem enormen Vorsprung gegenüber den Germanen auf der rechtsrheinischen Seite, Weil Xanten als einzige Römersiedlung nördlich der Alpen nach dem Abzug der Römer nicht überbaut wurde, konnten hier glücklicherweise einige römische Hinterlassenschaften ausgegraben werden. Im archäologischen Park, der sich auch besonders als Familienausflugsziel anbietet, kann man das antike Hafentor, Reste einer Wasserleitung und Teile des Amphitheaters ansehen. Einiges wurde in mühevoller Arbeit restauriert, so dass sich die Besucher einen Einblick in das Leben der alten Römer verschaffen können. Während im Amphitheater allerdings früher blutige Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden, finden in der heutigen Zeit glücklicherweise dort nur noch Veranstaltungen, wie Theater-, Ballettaufführungen und Konzerte statt.
Doch ein Besuch in Xanten lohnt sich auch wegen seines mittelalterlichen Stadtkerns und dem Dom St, Viktor, der nach dem römischen Legionär benannt ist, der den Märtyrertod erlitt, weil er den christlichen Glauben angenommen hatte. Trotz großer Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges blieb die Stadt in ihrem historischen Kern erhalten, vieles wurde restauriert: Sehenswert sind der Dom und seine Umgebung, wie das Klever Tor, das wiederaufgebaute Mitteltor mit stadtgeschichtlichem Museum, das gotische Haus am Markplatz und die evangelische Pfarrkirche,
Auch das benachbarte Kalkar wartet mit einigen mittelalterlichen Schätzen auf. Im Jahre 1230 von dem klevischen Grafen Dietrich V auf der Sandbank eines Rheinarmes gegründet, gelangten seine Bewohner durch Tuchmacherei und Getreidehandel im 14. und 15. Jahrhundert zu einigem Wohlstand. Davon zeugen eindrucksvoll das spätgotische und nach dem Krieg vollständig wiederaufgebaute Rathaus, Kalkar hat mit seinen zahlreichen mittelalterlichen Altären in St. Nikolai ganz besondere Kostbarkelten zu bieten. Doch auch hier hat die Neuzeit Einzug gehalten: Der jahrelang umkämpfte „Schnelle Brüter" ist in Kalkar nie ans Netz gegangen, dafür hat ein pfiffiger Niederländer auf dem Gelände des Atomreaktors nun einen Freizeitpark eröffnet. Im „Kernwasser Wunderland" erfahren die Besucher alles rund um den „Schnellen Brüter".