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N^och heute geschieht es, daß ich mit klopfendem Herzen aus dem Schlaf auffahre, von Angst gejagt, auf der Flucht vor ihren Augen. Ihre Augen voller Haß . . . Die fast schwarzen Augen von Madame-Mere, die Augen von Hortense, genauso dunkel, genauso erbarmungslos. Aber am schlimmsten war es, auch in Isabelles jungen Augen, aus denen mir Vertrauen und Freundschaft entgegengeblickt hatten, den Haß zu finden, am wildesten und am unversöhnlichsten. »Du Mörderin!«
Das hatte Isabelle gesagt. Nicht die anderen. Dieser Alptraum begleitet mich seit damals. Zu manchen Zeiten blieb ich davon verschont, er schien versunken. Aber dann wieder, irgendwann, in einer Nacht - die Augen voller Haß. Seit ich mit Philipp sprach und ihm alles sagte, was ich ihm nie hatte sagen wollen, als seine Augen mich ansahen, zweifelnd, erschreckt, unsicher, dann entsetzt, da war es mir, als ob es ihre Augen wären. Nun kommt der Traum wieder. Erst letzte Nacht.
Dann stehe ich auf, ich kann nicht mehr schlafen. Ich gehe durch die Wohnung, nehme mir einen Whisky, eine Zigarette, ich versuche zu lesen, ich blicke aus dem Fenster, starre in die Dunkelheit, noch ist es Winter, letzte Reste Schnee schimmern unter den Bäumen.
Eigentlich ist es ein Wunder, daß ich nicht verrückt geworden bin. Es gab eine Zeit, da war ich nahe daran. Da war ich nahezu unberechenbar und muß auf meine Umgebung einen erschrek-kenden Eindruck gemacht haben.
Arme Ilse! Es muß damals schwer gewesen sein, mich zu ertragen. Die Zeit war verrückt genug, die letzte Kriegszeit, die erste Nachkriegszeit, und dazu ich. Ich weigerte mich, mit in den Keller zu gehen, als die Bomben auf Frankfurt fielen zu Beginn des Jahres 1945. Und wenn sie mich dazu gezwungen