Bővebb ismertető
Problematisch, wie Alfréd Nobel selbst, war der Literaturpreis, einer der fünf groften Preise, die Alfréd Bernhard Nobel in seinem kurzen Testament, datiert: Paris, 27. November 1895, aussetzte. Denn gerade dieser Literaturpreis spiegelt die ganze Problematik dieses unendlich zwiespáltigen und widerspruchsvollen Menschen, der gewifc eine tiefsitzende und doch recht unausgebildete Neigung für die Dichtung hatte und vielleicht selbst ein Dichter geworden wáre - es gibt eine ganze Anzahl Versuche und Fragmente auf dem literarischen Gebiet von ihm - wenn nicht seine verzehrende Melancholie, sein SelbsthaB, die völlige Gespaltenheit ín allén feineren Spháren seines Geistes und seines Lebensgefühls schlieftlich jeden Aufschwung reduziert hátten. Er war einsam und, namentlich in seinem Altér, sentimental. Als ihn sein Brúder Ludwig zu irgendeinem offiziellen Zweck um eine kurze autobiographische Mitteilung bat, antwortete er: »Alfred Nobel, ein elendes halbes Leben, hatte durch einen menschenfreundlichen Arzt erwürgt werden soilen, als er mit Geheule ins Leben trat«. Einmal entwarf er den Plan eines Luxusheimes für Selbstmörder, irgendwo an der Riviéra, wo sie mit Würde und ohne Schmerz ihr Leben beenden könnten und nicht »in dem schmutzigen Wasser der Seine« ertrinken müfcten. Die strikt negative Haltung zum Leben, ohne Vorbehalt, ohne »Aber«, bereichert das Leben nicht und gibt keine echte Produktivitát, sondern lá&t sie eher verdorren. Solche primitíven, pessimistischen Tráume habén, auch wenn sie bitterernst gemeint sind, nichts zu tun etwa mit der geistreichen Horror-Erzáhlung »Der Selbstmörderclub« von Róbert Louis Stevenson, einem Zeitgenossen Nobels, der mit dem Schrecken des Selbstmordes sein phantastisches Spiel treibt. Und doch treibt auch Nobels relatíve pessimistische Sterilitát manchmal Blüten, die fast shakespearisch anmuten. »Glaube mir«, schreibt er einmal in einem Brief, »viele Freunde erwirbt man sich nur unter Hunden, die man mit dem Fleisch anderer füttert, oder mit Würmern, die man mit seinem eigenen füttert«. Das könnte Hamlet gesagt habén. Seine Beziehung zur zeitgenössischen Literatur ist vage, es ist die des gebildeten, fortschrittlichen Bürgers der Zeit. Von den Skandinaviern schátzte er Bjömson, Ibsen und Lagerlöf. Zwei von diesen dreien békámén auch wirklich den Nobelpreis; nicht aber der dritte und weitaus