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Nofretete, Echnaton [antikvár]

Nofretete, Echnaton [antikvár]

 
Historischer ÜberblickDer kurze Zeitabschnitt der Regierung Amenophis' IV.-Echnaton hat nicht seinesgleichen in der jahrtausendelangen ägyptischen Geschichte. Schwerlich läßt er sich einfügen in den Ablauf der geschichtlichen Entwicklung während der 18. Dynastie, an deren Ende er steht. Im Gegenteil! Er bietet das einzigartige Schauspiel bewußter Absage an geheiligte Traditionen und an eine ruhmvolle Vergangenheit. Das Außergewöhnliche an dieser Epoche liegt überdies darin, daß der Vorkämpfer gegen die Tradition nicht ein...
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Historischer ÜberblickDer kurze Zeitabschnitt der Regierung Amenophis' IV.-Echnaton hat nicht seinesgleichen in der jahrtausendelangen ägyptischen Geschichte. Schwerlich läßt er sich einfügen in den Ablauf der geschichtlichen Entwicklung während der 18. Dynastie, an deren Ende er steht. Im Gegenteil! Er bietet das einzigartige Schauspiel bewußter Absage an geheiligte Traditionen und an eine ruhmvolle Vergangenheit. Das Außergewöhnliche an dieser Epoche liegt überdies darin, daß der Vorkämpfer gegen die Tradition nicht ein gewöhnlicher Sterblicher, sondern der Pharao selbst, also eine Person von nahezu göttlichem Rang war, deren erste Verpflichtung die Erhaltung und Verteidigung der traditionellen und bewährten Ordnung gewesen wäre. Wir bezeichnen diese Epoche, in welche gewöhnlich auch die ephemeren Nachfolger Amenophis' IV.-Echnaton, Semenchkare, Tutanchamun und Eje, einbezogen werden, als Amarna-Zeit", und zwar nach einem modernen arabischen Ort in Mittelägypten, Teil el-Amarna", an welchem einst die Residenz Echnatons stand und an welchem den Wissenschaftlern und Ausgräbern das Problem dieser Epoche in den bizarren Formen der Denkmäler erstmals begegnete. Wegen der Einzigartigkeit seiner Auswirkungen und wegen der unmittelbaren Manifestation der religiösen Ideen in der Kunst hat der Reformversuch im Zeichen des von Amenophis IV.-Echnaton verkündeten Einzigen Gottes", des Sonnengestirns ATON mehr als jede andere Epoche der ägyptischen Geschichte Wissenschaftler und Freunde der Kunst angezogen und beschäftigt. Unübersehbar ist die Amenophis IV. und seiner Zeit und Kunst gewidmete Literatur, und es vergeht kein Jahr, in welchem nicht neue Studien erscheinen, Untersuchungen von Fachgelehrten und vor allem Bücher von Schriftstellern, die sich an einen weiten Leserkreis wenden und ihren eignen Vorstellungen zuweilen allzu freien Lauf lassen und nicht selten ins Romanhafte verfallen.Glücklicherweise sind aus der Regierungszeit Amenophis' IV. und seiner nächsten Nachfolger zahlreiche Denkmäler erhalten geblieben: Inschriften, Rehefdarstellungen und Malereien, Rundskulpturen und Werke des Kunsthandwerks, ja sogar die mumifizierten Körper von Persönlichkeiten, die in dieser Zeit eine bedeutende Rolle gespielt haben. Aber trotz der großen Zahl dieser Dokumente ist die Zahl derer, welche eindeutige geschichtliche Informationen vermitteln, sehr gering. Zeitgenössische Texte, wie zum Beispiel die königlichen Proklamationen auf den Grenzstelen der bei Teil el-Amarna neugegründeten Residenz, bieten wichtige Daten für die Rekonstruktion der Ereignisse in dieser Zeit. Die Mehrzahl der übrigen Denkmäler stellen dem Historiker mehr Fragen, als sie beantworten können, und wörtlich genommen ergeben sie ein Puzzle unklarer Gegebenheiten und Aussagen, die in sehr verschiedener Weise ausgelegt werden köimen (Abb. 1).Der Historische HintergrundReformen und Revolutionen, von denen die Geschichte zu berichten weiß, gingen von begeisterten Menschen aus, die eine Heilssendung" in sidi spürten. Die Umwelt in der sie lebten, Ereignisse, mit denen sie konfrontiert wurden, hatten ihre Ideen vorbereitet, bis der Zeitpunkt gekommen war, die alten ausgetretenen Pfade der Tradition zu verlassen und zur Tat zu schreiten. In ähnlicher Weise scheint auch Amenophis IV. zu dem Entschluß geführt worden zu sein, seine Ideen ins Werk zu setzen. Dieser Herrscher gehörte der ruhmreichen Linie der Könige der 18. Dynastie an, die während zweier Jahrhunderte (16. bis 14. Jahrhundert v. Chr.) dem Land die politische Stabiütät und den materiellen Wohlstand erkämpft und gesichert und Ägypten zur größten Macht im Nahen Osten gemacht hatte. Unter der Führung der Könige namens Thutmosis (vgl. Nr. 1) und Amenophis (vgl. Nr. 3) hatten die ägyptischen Armeen die Herrschaft und das Ansehen der Pharaonen bis zum Vierten Nilkatarakt im Süden und bis zu den Nordgrenzen Syriens in

Termékadatok

Cím: Nofretete, Echnaton [antikvár]
Kiadó: Haus der Kunst
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 210 mm x 230 mm
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