Bővebb ismertető
Andreas Meier Wáhrend ich an diesem Editorial schreibe, kommt die letzte Übersetzung samt Originaltext per E-Mail aus Hamburg, weil der Autor LB gerade in LA weilt und vergeblich einen Drucker für sein Notebook gesucht hat. Ein Velokurier bringt dem tastenflinken Grafiker einen mit »extremely urgent« beschrifteten Umschlag, der digitalisierte Bildmaterialien für das Plakat enthalt, die er auf sensible Weise zum Meisterplakat verarbeitet, das alles enthalt, was ich hier jetzt zu beschreiben versuche. Der Quark geht übermorgen zum Drucker, damit das nonchalante Plakat in drei Wochen an den öffentlichen Aushangstellen klebt. In fürchterlich langen Minuten warten wir auf den Computerausdruck der Einladungskarte. Ein höflicher Gescháftsführer einer Stiftung bedauerte bereits sieben Wochen vor Ausstellungsbeginn, wáhrend wir sehnsüchtig auf die Projekte der Künstler warteten, dass aus terminlichen Gründen auf eine Ausstellungsunterstützung verzichtet werden müsse. Dafür hat's bei anderen geklappt (siehe Liste der Unterstützungen). lm Tonstudio von Anders Guggisberg stapeln sich die digitalisierten Tontráger für die CD: Aus Ajaccio der Beitrag mit dem Titel Ziemlich mies/Assez nul. Wir sind begeistert. Extremely urgent Auch von Berlin, Düsseldorf, London, Genf, Paris und Luzern sind digitalisierte Bild- und Tontráger geschickt worden sowie Textdaten nach Biel und Zürich geflossen. "Computer to plate« heisst die neue Errungenschaft der Drucker, welche Wege und Zeit verkürzt. Trotzdem wird nachts geschrieben, gesampelt, geschnitten, weil die Zeit knapp ist oder das Studio tagsüber besetzt. Faxbotschaften von der Insel Noirmoutier auf den Mont Soleil von der halb ausgestiegenen Urlaubsübersetzerin an den fast ganz erreichbaren Mitredaktor zum Gegenlesen. Das Museum of Contemporary Art in Chicago schenkt uns 2000 Gumminoppen zur Befestigung der im Katalog zu fixierenden CD, die sich CD als Gastkurator und Konzeptverfasser ausgedacht hat. Wem das alles zu hektisch und zu unkritisch ist: die meiste Kommunikation fliesst ganz ohne Kerosin-Verbrauch. In seinem Aufsatz »La conquéte de l'ubiquité« hat Paul Valéry vor siebzig Jahren in geradezu prophetischer Weise vorausgeahnt, dass grosse Neuerungen die gesamte Technik der Künste transformieren werden und den Begriff der Kunst selbst auf die zauberhafteste