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EINFÜHRUNG Mancher Besucher des Pariser Montmartrefriedhofs wird stutzen, wenn er dort auf dem Grabmal des Schriftstellers Henri Beyle-Stendhal eine italienisch abgefaßte Inschrift zu lesen findet, »Arrigo Beyle« steht da, »Milanese« und »Visse, amö, scrisse« - ein italianisierter Vorname also, und daß sein Träger ein »Mailänder« gewesen sei, dessen Leben sich in Liebe und Schriftstellerei erfüllte. Nun, Italien war für diesen ewig Liebenden tatsächlich die größte und dauerhafteste Liebe. Die meisten seiner Werke haben dieses Land zum Thema, nicht eines ließe sich nennen, das nicht zumindest aus dem Erlebnis des Gegensatzes Italien-Frankreich geboren wäre; denn - so läßt es sich mit Stellen aus der Novelle cSan Francesco a Ripa' z.B. belegen - Italien war für Stendhal ein Land, »dessen Menschenkinder in der Alltäglichkeit wie in der Leidenschaft immer natürlich sind«. Das beglückte ihn, weil er Frankreich als ein Land kannte, das keine »Heiterkeit« und keinen »Frohsinn« mehr aufwies und »in dem es für niemanden mehr eine sichere Laufbahn und ruhige Lebensentwicklung gab« - »nicht einmal mehr für das Genie«. Der Genius Stendhals floh Frankreich darum, sooft er konnte. Auch davon spricht die Grabinschrift, die er übrigens selbst verfaßt hat. »Quest* anima adorava Cimarosa...«- »Diese Seele betete Cimarosa an «. Cimarosa war damals der Inbegriff