Bővebb ismertető
Im Frühling des Jahres 1870 fand in dem Wiener Vorort, wo ich damals, einem Drang nach Zurückgezogenheit folgend, meinen Wohnsitz genommen hatte, eine festliche Hochzeit statt. Fast der gesamten Einwohnerschaft waren zierlich gedruckte Anzeigen zugegangen, und wer nur irgend abkommen konnte, der fand sich auch am festgesetzten Tag zum feierlichen Trauungsakt in der geráumigen Pfarrkirche ein. Ich konnte gleichfalls nicht umhin, zu erscheinen; denn ich war mit dem Brautigam persönlich bekannt, wenn auch nicht náher, als dies öftere Begegnungen an öffentlichen Orten mit sich zu bringen pflegen. Er war ein junger Mann in den ersten DreiBigern und so recht das Bild eines Wiener Bürgersohnes vom álteren Schlag. Nicht allzu groB, dabei leicht zu körperlicher Uberfülle neigend, hatte er ein hübsches, frisch gefárbtes Gesicht und áuBerst gutmütige blaue Augen, die in bestándiger Heiterkeit strahlten. Er kleidete sich nach neuestem Schnitt und hatte eine Vorliebe für bunte Halsbinden, nahm sich aber keineswegs géziért oder geckenhaft aus; vielmehr trat in seinem ganzen Wesen eine gefállige, etwas sorglose Natürlichkeit zu Tage. Sein Vater, ein wohlhabender Mann, hatte es aus kleinen Anfángen heraus zum Stadtzimmermeister gebracht und am Eingang des Ortes ein ansehnliches Familienhaus erbaut, an das sich ein groBer Arbeitsplatz und weitláufige Holzlager schlossen, welchen Liegenschaften sich im Lauf der Zeit noch ausgedehnte Ziegeleien in der náchsten Umgebung zugesellten. Als der alte Stadler gestorben war, teilten sich zwei Söhne in den wohlgegründeten Besitz; so zwar, daB der