Bővebb ismertető
Die Kunstepoche der italienischen Renaissance pflegt man für gewöhnlich in zwei Hauptabschmtte zu teilen, in die Frührenaissance des Quattrocento und die Hochrenaissance der ersten Cinquecentohálfte. Der vorliegende Band bescháftigt sich mit der ersteren, genauer gesagt, mit den in ungarischen Museen aufbewahrten Werken norditalienischer Quattrocentomaler. Italiens Geschichte und Kunstschaffen entwickelten sich im 15. Jahrhundert áuBerst vielgestaltig und abwechslungsreich, und es fehlte auch nicht an einander zuwiderlaufenden künstlerischen Bestrebungen, was teils auf die politische Zersplitterung des Landes, teils in noch höherem MaBe auf den Ubergangscharakter jener Epoche zurückzufíihren ist. Die Ende des vorigen Jahrhunderts aufgestellten und bis heute allgemein gültigen Thesen über die Entwicklungsgeschichte der Renaissance erblickten im Quattrocento die Entstehung und Festigung einer im Grundé genommen einheitlichen, vom Mittelalter abgekehrten und unabhángig gewordenen Kunstrichtung. Wollte man indessen den Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung nach untén und oben genauer abgrenzen, müBten die Zasuren eher auf den Beginn des 14. und das Ende des 16. Jahrhunderts verlegt werden, d. h. auf die verheiBungsvollen Anfánge der Erstarkung des italienischen Bürgertums und auf den historischen Zeitpunkt des jahen Abbruchs dieser Entwicklung, als sowohl die allgemeine weltpolitische Lage als auch die Logik des inneren Entwicklungsverlaufes zum Rückfall Italiens in die Verhaltnisse des überwundenen Feudalismus fuhrten. Mit Recht kann man in diesem Zusammenhang von einer tragischen Wendung sprechen, hatte doch seit dem 14. Jahrhundert das Bürgertum nirgendwo seine Position auf derart solide Fundamente aufzubauen vermocht wie im fortschrittlichsten Land Europas, auf der Apenninenhalbinsel. Doch wurde Italien dieser Errungenschaft eben in jenem Augenblick verlustig, in dem das Bürgertum im übrigen Westeuropa allmáhlich so weit erstarkt war, daB es, wenn auch keineswegs zur Alleinherrschaft, so doch zu einer politisch mitbestimmenden Gesellschaftsklasse aufgerückt war. Eines der wesentlichsten Verdienste der gesellschaftlichen Entwicklung Italiens im 15. Jahrhundert bestand eben darin, dem europaischen Bürgertum sowohl im allgemeinen Verhalten als auch im kulturellen Aufstieg und in künstlerischen Belangen als Vorbild gedient zu habén. Unter den Eigenheiten des Quattrocento spielt die Naturverbundenheit eine wichtige Rolle, wenn es áhnliche Tendenzen auch schon im Mittelalter gegeben hat, die über das mechanische Naturprinzip Thomas von Aquins auch die kirchliche Denkweise beeinfluBt hatten. Das