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Neues Nachdenken eröffnen!
Die Rolle der Frau in der Gemeinde - über Jahrzehnte war das für viele Christen ein umstrittenes und allzu oft auch notvolles Thema. Hart wurde um die Frage gerungen, ob es nach biblischen Maßstäben Frauen in der Verkündigung und in leitender Verantwortung geben darf. Nicht alle Christinnen, die sich in den haupt- oder ehrenamthchen Dienst im Reich Gottes berufen wussten, erlebten den traditionellen Ausschluss aus der Leitungsverantwortung für sich persönlich als existentiellen Konflikt. Viele fanden ihren Platz, an dem sie mit großer Freude und ohne das Gefühl der zwangsweisen Beschränkung einen ebenso segensreichen wie erfüllenden Dienst taten. Andere allerdings fügten sich nur gegen heftigen inneren Widerstand den Gegebenheiten, die eine Leitungstätigkeit nicht zuließen. Wieder andere kämpften in einer Reihe mit vielen Männern engagiert gegen die Ungleichbehandlung.
Heute scheinen diese Auseinandersetzungen im Raum der Kirche weit weg und fast schon unwirklich. Mit Ausnahme weniger Freikirchen und einiger Inseln des innerkirchlichen Pietismus finden sich Frauen in kirchen- und gemeindeleitenden Gremien ebenso selbstverständlich wieder wie auf landeskirchlichen Kanzeln und zunehmend auch auf Bischofsstühlen. Wenngleich das im Kontext der weltweiten Christenheit, insbesondere gegenüber den katholischen und orthodoxen Kirchen, nach wie vor eine Ausnahmesituation darstellt, ist der Zug der Zeit bei uns weitergefahren und hat unwiederbringlich neue Fakten geschaffen. Allerdings muss, auch auf die Gefahr heftiger Angriffe aus den Reihen derer hin, die um den Erfolg der Revolution bangen, die Frage erlaubt sein, wie es zu dieser neuen Situation kam. Und da wird die Antwort lauten müssen, dass insgesamt einfach der emanzipatorische Zeitgeist von der Kirche Besitz ergriffen hat und theologischer Widerspruch nicht gewünscht war. Zugleich stellt die kritische Theologie dem Ausleger, der doch eine theologische Rechtfertigung des Sinneswandels sucht, ein reiches Instrumentarium exegetischer Methoden zur Verfügung, das es erlaubt, unliebsame Schriftstellen zu eliminieren.
Allerdings darf aus diesem verfehlten Werdegang nicht der