Bővebb ismertető
Man wird bei der Betrachtung dieser Olympia-stadt einen Mann nicht übersehen dürfen, der essich gefallen lassen muß, der Unwahrheit be-zichtigt zu sein, der Arroganz, des Ehrgeizes,manchmal auch der irrealistischen Euphorie, desHanges zur Selbstdarstellung - alles Eigen-schaften, denen auch große Politiker oft genugunterliegen. Jean Drapeau war Bürgermeisterdieser Stadt, auch noch als die Spiele begannen.Ein blendender Formulierer, ein glänzenderRhetoriker, der seine Argumente so darzulegenweiß, daß sie auch ursprüngliche Gegner über-zeugen - als Charles de Gaulle, der immer inerster Linie Franzose war, einst in Montreal dasWort vom libre Quebec" ins franco-kanadischeVolk schleuderte, war es Drapeau, der dem altenMann anschließend in vielen Stunden klarmachte,daß die Zeit der Kolonien vorüber sei; sogar injenem Teil Nordamerikas, wo die geistige Heimatnicht im Angelsächsischen, sondern im Franco-philen liegt. Jean Drapeau hat diese Stadt stärkerverändert als Generationen von Bürgermeisternvor ihm. Er hat der Stadt, die vom Mont Royal ausgesehen dalag wie eine unendliche Kleinstadt,zu einer Skyline verholfen - da sind die schönenHochhäuser des Mies van der Rohe und da sindauch die gräßlichen Nachahmungen. Er hat derStadt U-Bahnen beschert und daran angeschlosseneine eigene utopistisch anmutende Maulwurf-stadt unter der Erde, deren Zweckmäßigkeitbesonders in den schneereichen Wintermonatenbesticht. Er hat aus der unendlich langen, einstschmalen und eher verträumten StraßeSt. Catherine einen Broadway-Verschnitt gemacht.Er hat regiert wie ein Despot, gestützt von einerStimmenmehrheit, wie sie Diktaturen gernevorzeigen - die Mehrheit bröckelte in denJahren vor den Spielen merklich, als sich nicht