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PARIS hörte von den Tünnen seiner siebzig Kirchen nodi nicht die Mittemachtsstunde des 5. Juli 1855 schlagen, als diese Weltstadt, diese strahlende, funkelnde, abscheuliche, finstere mit ihrer sichtbaren Vergangenheit und ihrer sehr, undurchsichtigen Gegenwart, das Paris der MiUionäre und der ungezählten Elenden, der Vabanquespieler und der Arbeiter, das Paris des hemmungslosen Gelächters und der verborgenen Tränen — kurz: das Paris Napoleons III. eine neue Sensation erlebte. Die Weltausstellung? Die war schon vor anderthalb Monaten eröffnet worden, und das nicht sehr eindrucksvoll: in der riesigen und darum doppelt leer wirkenden Eisenhalle des Industriepalastes in den Champs-Elysées hatte im fahlen Licht eines naßkalten Vormittags Napoleon auf einem improvisierten Thron gesessen und verkündet, daß er einen Friedenstempel einweihe. War vielleicht der Krimkrieg beendet? Keineswegs. Die französischen Truppen schlössen nach wie . vor zusammen mit den Engländern das ferne Sewastopol ein und erlagen dabei ebenso der Cholera wie dem Abwehrfeuer der russischen Artillerie. Hatte die schöne Eugénie dem Gatten den Thronerben geschenkt, dem Regime der Glücksritter und Hasardeure so den Anschein einer Stetigkeit gebend? Nichts dergleichen.