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Einleitung Isi Kari Otmar von Aretin Der deutsche Widerstand gegen Hitler Am 20. Juli 1944 explodierte in der Lagebaracke des Führerhauptquartiers die Bőmbe des Grafen Stauffenberg. Am Nachmittag ging die Nachricht davon über alle deutschen Sender. Es war das erste Mai, daí? sich in Deutschland unüberhörbar eine Widerstandsbewegung zu Wort gemeldet hatte. Die Nachricht rief bei einem grófién Teil der Bevölkerung Entsetzen, ja Abscheu hervor. Wenige atmeten auf und hofften für Stunden, das Dritte Reich sei zu Ende. Nicht wenige...
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Einleitung Isi Kari Otmar von Aretin Der deutsche Widerstand gegen Hitler Am 20. Juli 1944 explodierte in der Lagebaracke des Führerhauptquartiers die Bőmbe des Grafen Stauffenberg. Am Nachmittag ging die Nachricht davon über alle deutschen Sender. Es war das erste Mai, daí? sich in Deutschland unüberhörbar eine Widerstandsbewegung zu Wort gemeldet hatte. Die Nachricht rief bei einem grófién Teil der Bevölkerung Entsetzen, ja Abscheu hervor. Wenige atmeten auf und hofften für Stunden, das Dritte Reich sei zu Ende. Nicht wenige allerdings stellten sich die Frage: Warum so spát? Deutschlands Name war zu dieser Zeit mit unvorstellbaren Verbrechen belastet; in militárischer Hinsicht stand das Land in aussichtsloser Lage vor der gröfiten Niederlage seiner Geschichte. Ein Attentat konnte die Tatén des Regimes nicht mehr ungeschehen machen und die Kriegslage nicht wenden. Wer vom deutschen Widerstand spricht, muí? daher in seine Betrachtungen auch diejenigen einbeziehen, die mit dieser einzigen sichtbaren Aktion nichts oder nur wenig zu tun hatten, die aber jahrelang gehofft und dafür gelitten hatten, dal? einmal dieser Tag kommen würde. Die Frage, warum das Attentat erst so spát erfolgte, begleitet die Forschung über den deutschen Widerstand bis auf den heutigen Tag. Sie láftt sich nur beantworten, wenn man den deutschen Widerstand nicht isoliert betrachtet, sondern sich klarmacht, daíí! er als eine Art Gegenbild das Dritte Reich begleitet. Auch gab es niemals einen Widerstand. Auch wenn sich einige Persönlichkeiten von Anfang bis zum Ende gegen das Dritte Reich gewehrt habén, so waren sie nicht typisch für den Kreis, der sich endlich zum Handeln entschlofi. Meist habén gerade die frühen Gegner irgendwann einmal resigniert. Von den meisten aktiven Gegnern Hitlers wird man sogar sagen müssen, daí? sie anfangs die Machtergreifung begrüfiten und Befürworter des Dritten Reiches waren. Dafür gibt es verschiedene Erklárungen. Es wáre zu einfach, führte man in erster Linie die Scham an, die spáter einzelne aller sozialen Schichten ergriff, als deutlich wurde, auf wen sie sich eingelassen hatten. Besieht man sich die Endphase der Weimarer Republik, so wird man mit Erstaunen feststellen, dafi es nur noch ganz wenige im politischen Leben gab, die rückhaltlos und ohne Abstriche auf dem Boden der Weimarer Verfassung standén. Sie alle waren von der wirtschaftlichen Krise so getroffen und von dem Versagen des Parteienstaates so sehr überzeugt, daf? sie einer Veránderung der Verfassung im Sinne einer stárkeren Staatsautoritát zu folgen bereit waren. Diese Tendenzen reichten bis weit in die SPD hinein und hatten auch die Gewerkschaften erreicht. Insbesondere aber war davon das katholische Zentrum ergriffen, das in der Weimarer Republik die meisten Kanzler gestellt und bis Brüning als ein Wáchter der Verfassung gegolten hatte. Brüning hatte ja mit seinem Prásidialregime, wie er in seinen Erinnerungen selber berichtet, nicht nur die Krise überwinden, sondern die Verfassung auch im Sinne einer Zurückdámmung des Einflusses des Reichstages verándern wollen. Die Manipulation mit der Verfassung, die dem Dritten Reich so perfekt gelang, hatte unter ihm begonnen. Die demokratische Substanz auch der demokratischen Partéién war bereits 1932 schwer angeschlagen. Es verbietet sich daher, aus dem Wahlergebnis des 5. Márz 1933 auf die Stárke der demokratischen Kráfte in Deutschland zu schliefien. Wer etwa die für demokratische Partéién abgegebenen Stimmen zusammenzáhlt und daraus den Schlufí zieht, daí? ein gutes Drittel der Wáhler auf dem Boden der Demokratie gestanden hatte, irrt sich. Die Verunsicherung ging weit in diese Partéién hinein. Hatte man etwa in England an der Jahreswende 1932/33 noch geglaubt, dal? die Stárke der deutschen Arbeiterbewegung und die Macht der katholischen Partéién ein Abgleiten Deutschlands in eine faschistische Diktatur verhindern würden, so sah man sich ein halbes Jahr spáter eines Schlechteren belehrt. Die Geschwindigkeit, mit der in Deutschland die Weimarer Republik zusammenbrach, erklárt sich nicht zuletzt aus der Láhmung der Gegenkráfte. Die Geschichte der Machtergreifung ist nicht unser Thema, nur erklárt sich aus dieser Vorgeschichte, weshalb viele, die an den politischen Zustánden wáhrend der Krise verzweifelt waren, im Nationalsozialismus eine Hoffnung sahen. Für viele schien der 30. Januar 1933 der Anfang einer neuen Zeit; selbst die ersten Schritte zur Errichtung der Diktatur fanden anfangs breite Zustimmung unter denen, für die Weimar zum Alptraum geworden war. Manche trieb gerade ihr ehemaliger Enthusiasmus, nachdem sie die Wahrheit erkannt hatten, in den Widerstand. Diese Entscheidung verlangte die Bereitschaft, für andere zu handeln. Das verbindet die aktiven Kritiker der Weimarer Republik

Termékadatok

Cím: Opposition gegen Hitler [antikvár]
Szerző: Karl Otmar von Aretin Ulrich Cartarius
Kiadó: Siedler Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3886801101
Méret: 210 mm x 250 mm
Karl Otmar von Aretin művei
Ulrich Cartarius művei
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