Bővebb ismertető
t S. E. Metropolit Serafim von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Nürnberg
Zum Geleit
ie Kirche ist grundsätzlich eine gott-menschliche Wirklichkeit, weil sie
von Jesus Christus gestiftet wurde. Unser Herr und Erlöser Jesus Christus ist als Sohn Gottes des Vaters und Sohn der Allheiligen Gottesgebärerin gleichzeitig wahrer Gott und wahrer Mensch. Auch die Kirche hat immer eine doppelte Ausrichtung: eine eschatologische und eine auf die Welt gerichtete.
Einerseits will die Kirche den Christen die Verbindung zu Gott und zum Reich Gottes im Gebet, in der Liturgie und in der Spiritualität weisen und ermöglichen. Sie will zeigen, dass zum menschlichen Leben nicht nur die sichtbaren Dinge und leiblichen bzw. natürlichen Bedürfnisse dieser Welt gehören, sondern dass die Seele und der Geist und sogar der Leib als »Tempel des Heiligen Geistes« (r. Kor. 6,19) immer auch auf die Ewigkeit bei Gott bezogen sind, Der die Welt, den Kosmos und alles Sichtbare und Unsichtbare erschaffen hat und dereinst vollenden wird. Die ontologische Sehnsucht des Menschen richtet sich auf Gott. Sie entbindet und befreit den Menschen auf eine mystische Weise aus den Fesseln einer rein immanenten Weltbezogenheit.
Die Kirche ist der heilige Raum, in dem diese Gemeinschaft mit Gott in den Heiligen Mysterien, in der Liturgie und im Gebet immer wieder erlebt wird und Gottes Wirklichkeit und Gegenwart erfahrbar wird. Die Christen bereiten sich in ihrem geistlichen Leben auf Erden auf diese Begegnung mit Gott im Gebet und in der Askese vor. Das Leben in Gebet und Askese reinigt das Herz des Menschen von Leidenschaften und der Sünde und macht frei für Gott und die Liebe Gottes sowie für die Achtsamkeit gegenüber dem Nächsten in seiner Gottebenbildlichkeit. Zum Wesen der Kirche gehört es, die Seele der Menschen für Gott und für die anderen Menschen wie die ganze Schöpfung zu öffnen.
Jedem Menschen kommt als Person und in seiner mystischen Realität jenseits aller irdischen Regeln und anthropologischen Definitionen die Würde als Ebenbild Gottes zu. Jeder Mensch ist auf Jesus Christus als Herrn und Erlöser gewiesen und hingeordnet. Von Jesus Christus, Seiner Heilstat am Kreuz und Seiner Auferstehung kommt die Erneuerung der Menschheit. Aber weil wir in dieser Welt unter der Wirklichkeit der Sünde leben, brauchen wir als Menschen für unser Zusammenleben noch Regeln, Ordnungen und Gesetze. Diese Regeln helfen uns, unsere Würde als Person zu entwickeln und zu schützen.