Bővebb ismertető
Am Rande vermerkt Maskerade Ein Beitrag dieser Nummer bescháftigt sich mit dem Thema „Krankheit und Masken". Einleitend schreibt der Verfasser, daB jene Kráfte, die den Menschen dazu bewegen, seine Identitát durch Körperbemalung, Schmuck oder Masken verándern zu wollen, sehr tief wurzeln müssen. Geschichte und Ethnologie führen den Autor zu der SchluBfolgerung, daB das Bediirfnis, anders erscheinen zu wollen, allgemein und zeitlos ist. Er schreibt: „Diese allgemeine Verbreitung weist auf Urtriebe wie Hunger, Angst und Machtstreben als Ursache der Personsveránderung hin." Die Aussage: „Allgemein und zeitlos" gilt alsó auch für unsere heutige Gesellschaft. Wir können schwerlich widersprechen. Es ist zwar so, daB wir - auBer zur Karnevalszeit - als Erwachsene keine wilden Tánze mit Masken vor dem Gesicht aufführen, unsere Körper nicht bemalen und uns nicht mit Federn, Muscheln oder bunten Kiesein schmücken. Wir sind doch keine Primitíven! Trotzdem ist es fraglich, was der primitive Mensch über uns denken würde, wenn er unser tágliches Tun und Lassen beobachten könnte. Wie würde er auf unsere wilden Tánze um das goldene Kalb reagieren? Was würde er von unseren gefárbten grauen Haaren sagen und was von den sorgfáltig behandelten Gesichtern, nicht bemalen, sondern Make-up-geschminkt. Was würde er von der phantasielosen Mánnerkleidung, die gewissermaBen die Verlásslichkeit und die zurückgezogene Lebensart charakterisiert, haltén? Und was von den unpraktischen Damenschuhen, die das Gehen zu einem stándigen Verstauchen gestalten? Was würde er vom Schmuck denken, da nunmehr die schön gefárbten Muscheln durch die Imitationsperle, der natürliche Stein durch ein Stückchen geschliffenes Glas, „das wie echt aussieht", ersetzt wurde? Und schlieBlich wáre er doch erstaunt über die hochgezüchtete Maskenkultur der modernen Zivilisation. Die Masken, die derzeit getragen werden, fallen nicht sofort auf. Wenn er aber gelernt hátte, die verschiedenen Möglichkeiten des Gesichtsausdrucks zu unterscheiden, dann würde er entdecken, dal3 man ohne Masken nicht mehr leben kann, daB die Maske eins geworden ist mit dem gewöhnlichen táglichen ÁuBeren, weil man selten das eigene Ich sein kann, zu sein wagt, sein darf. Aus Angst und einem unstillbaren Machtstreben, das allgemein und zeitlos ist. In dieser Nummer: I Johannes Vermeer (1632-1675) „Die Köchin" - Rijksmuseum, Amsterdam 3 Am Rande vermerkt 4 Das Hormon. Betrachtungen über den EinfluB von Hormonén auf die Mundschleimhaut II H. A. Drost: Sprechstörungen bei Kindern 14 H.H. Willamo: Die finnische Sauna 17 l've got you under my skin 19 H. C. van Renselaar: Krankheit und Masken. 27 Dr. ]. E. Vincent: Die Helden von 1907 Dic Redaktion tragr für die von Organon-Mirarbeitern geschricbenen Artikel dic Verantwortung. In den anderen Fállen beschránkr sich diese naturgemali lediglich auf dic Auswahl der Verfasser.