Bővebb ismertető
Der andere Pasteur Das Leben und Wirken des grossen französischen Chemikers Pasteur wurde so oft und so ausführlich beschrieben, dass es müssig scheint, dieses umfassende Schrifttum um noch eine weitere Arbeit zu vermehren. Trotzdem wurde in dieses Organorama-Heft ein Artikel des Konservators des PasteurMuseums in Paris aufgenommen. Weil námlich ein wesentlicher Abschnitt seines Lebens - insbesondere ausserhalb Frankreichs - bisher zu wenig Beachtung fand. Der junge Pasteur war zeichnerisch besonders begabt. Und auch als Maler. Wenn man ein Portrát sieht, das er im Altér von 13 Jahren angefertigt hat, dann drángt sich einem der Ausdruck „Wunderkind" auf. Die ausgeglichene Konzeption, die sichere Linienführung, die Erfassung der psychischen Beschaffenheít seiner Modelle, und überhaupt die ganze Art, in der Pasteur an die Sache heranging. Man denkt viel eher an einen Künstler, der gelernt hat, seine künstlerische Leidenschaft bis in alle Feinheiten zu beherrschen als an die ersten Portrátversuche eines Halbwuchsigen. Vor allém vermisst man die jugendliche Unausgegorenheit, Sturm und Drang. Wieso konnte sich ein Junge in diesem Altér so klar und reif ausdrücken? Man neigt zu der Annahme, dass Pasteur gefühlsarm war. Oder hinderte ihn vielleicht eine ausgesprochen technische Veranlagung daran, sich so spontán auszudrücken, wie dies seinem Altér entsprochen hátte? Kennt man seine spátere Laufbahn als kritischer Wissenschaftler, dann gewinnt die zweite Annahme an Wahrscheinlichkeit. Die künstlerische Leistung Pasteurs beweist zweifelsfrei, dass seine Genialitát nicht einseitig war. Vielmehr setzte er sein vielseitiges Talent spáter für ein einziges, grosses Ziel ein: die endgültige Überwindung des damals grössten Feindes der Volksgesundheit, der Infektionskrankheit. Wenn der französische Maler Jérőme ausruft: „Gott sei Dank wurde Pasteur Chemiker. Andernfalls wáre er ein grosser Konkurrent geworden!" dann fügén wir hinzu: „Ein wirkliches Glück für die Menschheit, dass Pasteur Pinsel und Palette im Stich liess und sich der Wissenschaft widmete." Ein Gelehrter seines Formats wiegt wohl tausendmal den Verlust eines talentierten Portrátmalers auf. In diesem Heft:
I Isaack van Ostade (1621-1649) ,, Winterlandschaft" National Gallery, London 3 Am Rande vermerkt 4 Das Hormon P.A. van Keep und Dr. J.W.R. Everse: Early Androgen Syndrome 11 Fernand Lot: Drei Jahrhunderte Zellforschung 17 Denise Wrotnowska: Pasteur als Portrátmaler 22 ,,High society" 23 Ruth Ruelle: Die Sklavin Tawaddud 28 Róbert Smith: Der Mörder im Zeugenstand Die Redaktion trágt für dic von Organon-Mitarbeitern geschriebenen Artikel die Verantwortung. In den anderen Fállen beschrankt sich diese naturgemafl ledighch auf dic Auswahl der Verfasser.