Bővebb ismertető
Hilfsmittel oder Selbstzweck? Wáhrend eines Symposions über moderne Kunst erklárte einer der Teilnehmer, dass er sich freuen würde, wenn er auch ein paar praktische Beispiele dieser modernen Kunstáusserungen, alsó Bilder, sehen dürfe; nach den endlosen Diskussionen über die Hintergründe der nonkonformistischen abstrakten Kunst befürchte er námlich, dass es ihm nicht mehr möglich sei, festzustellen, was er für gut und was er für schlecht halté, wenn man es ihm nicht erst sage. Diese Anekdote bringt das Unbehagen zum Ausdruck, das weite Kreise erfasst hat. Ein Ende der Gespráche, Diskussionen, Debatten, Symposien usw. über eine Kunstform, die an sich schon aussagefáhig sein müsste, ist nicht abzusehen. Damit soll keineswegs gesagt sein, dass es vollkommen überflüssig wáre, sich mit der Kunst kritisch zu bescháftigen. Wir haltén aber die Überbewertung des gesprochenen oder geschriebenen Wortes, die die visuelle Kunstbetrachtung in den Hintergrund abzudrángen scheint, für gefáhrlich. Ist es denn soweit gekommen, dass zwischen dem Künstler und dem Publikum eine Kluft entstanden ist, die nur durch mündliche und schriftliche Erláuterungen überbrückt werden kann ? Man muss zwar zugestehen, dass die moderne Kunst háufig wenig Anhaltspunkte bietet, die dem B°trachter das verstandesmássige Kunsterleben ohne weiteres gestatten; in diesen Fállen ist jede Hilfe zum Verstándnis des Kunstwerkes wertvoll und zu begrüssen, auch die Diskussion. Aber gerade die mündliche Auseinandersetzung verleitet zum Sprechen um des Sprechens willen, zur Freude an der Rhetorik, zum Gebrauch gewichtiger Worte ohne eigentlichen Bezúg auf das Thema selbst, zum inhaltslosen Wortgefecht: hier ist die Diskussion nicht mehr Mittlerin, hier ist sie zum Selbstzweck geworden. In diesem Heft bringen wir den ersten Beitrag einer Artikelserie, die sich mit den führenden modernen Malern bescháftigen wird. Wir haltén es für richtig, nicht Worte, sondern Bilder sprechen zu lassen. Daher werden die Begleittexte kurz gehalten sein. Aber nicht, weil wir es uns leicht machen wollten, sondern weil wir der Ansicht sind, dass dem wahren Kunstfreund die stille Betrachtung eines Kunstwerkes mehr zu geben vermag als das gesprochene oder geschriebene Wort.