Bővebb ismertető
Eine der merkwürdigsten Nebenerscheinungen der modernen Massenkommunikation ist vielleicht der rasend schnelle Aufgang - und leider oft der ebenso rasche Untergang - von Sternen". Wir meinen dabei nicht nur die unubersehbare Anzahl der TenagerKünstler, die als musikalische Eintagsfliegen unseren Kulturhimmel verdüstern, sondern vor allém die Tatsache, dass es heute auf jenen Gebieten Stars gibt, auf denen es früher höchstens hervorragende Gelehrte gegeben hat. Vor einigen Jahrzehnten war es noch ausgeschlossen, dass zum Beispiel ein Arzt durch seine wissenschaftlichen oder menschenfreundlichen Werke allgemeine Popularitát erwarb. Nur ganz wenigen war es möglich zu ewigem Ruhm zu gelangen, manche durften ihren Namen in Grossbuchstaben in der Zeitung lesen; es war dem Arzt jedoch unmöglich, ein Bild von sich selbst aufzubauen, ein Image", das den kleinen Mann" ansprach. In der jüngsten Vergangenheit habén wir jedoch feststellen müssen, dass unser Beruf nicht mehr vor dem verführerischen, aber ausserordentlich gefáhrlichen Morast der Personsverherrlichung schützt. Führende Kollegen habén sich daher schon mit der Frage bescháftigt, wieweit ein Arzt sich selbst in den Vordergrund rücken darf, ohne dem medizinischen Ethos zu schaden. Andererseits können die Dinge so liegen, dass dieses Aufbauen eines Bildes zum überwiegenden Teil nicht durch den Arzt selbst erfolgt, und dann kann er natürlich schwerlich verhindern, dass - an und für sich vertretbare - Interviews die Einbildung von Millionen Fernsehzuschauern reizen. Vielleicht sollten wir uns sogar darüber freuen, dass Heldentaten" dieser Art noch immer als wichtige Neuigkeiten gewertet werden, mittendrin zwischen den aufgeblasenen Berichten über das Privatleben unserer heutigen, super-hippen Kulturexponenten". Das beweist jedenfalls, dass unsere Welt nicht ausschliesslich in einem Pfuhl von Langeweile versinkt. Der Star-Arzt kann kaum verhindern, dass er bejubelt wird. Es wird ihm aber auch nicht leicht fallen, sich jeder Form einer Ehrung zu entziehen. Er kultiviert wie jeder andere Mensch einen gewissen Stolz; aber selbst die geringste menschliche Schwáche in diesem Punkt kann ihm die Kollegen-Krone kosten. Wir müssen mit den Sternen leben und bei unserem Urteil Milde walten lassen. Denn falscher Glanz wird im Licht unserer bewáhrten Berufsnormen - Redaktion Hippokrates - von selbst verlöschen.