Bővebb ismertető
Wie alle chaotisch durcheinander laufenden Kräfte in glück- |
licher Stunde zu einem Kristall zusammenschießen, so fügen |
sich auch die zusammenhangslosen künstlerischen Erschei- |
nungen, die die Skulptur des ausgehenden 17. Jahrhunderts kenn- |
zeichnen, zu einer köstlichen Blüte in dem Bildhauer Raphael Donner, |
und in seinem Zeichen steht auch die Kunst, die nach ihm kommt. Sein |
neues eindrucksvolles Schaffen gibt der gleichzeitigen Skulptur innerhalb |
seiner Einflußsphäre so deutlich das Gepräge, daß sich eine spezifisch |
österreichische Kunst fassen läßt; ihre nationale Form in der allgemeinen |
Entwicklung- wird ihr nicht aus provinzieller Zurückgebliebenheit auf- |
gedrängt; sie hebt sich in positiven greifbaren Werten von den gleich- |
zeitigen Erscheinungen anderer Nationen klar ab und entwickelt ihre |
besondere Sprache aus den besonderen kunstgeschichtlichen Bedin- |
gungen. |
Schon die unterste Schicht volkstümlicher Kunstübung hat auf |
unserem Boden eine eigentümliche Note. Denn hier war nicht wie in |
Norddeutschland eine von der italienischen oder niederländischen |
Renaissance abhängige Strömung der spätgotischen Kunst gefolgt. 1
Diese konnte — niemals unterbrochen, nur selten von zufälligen Schöp- |
fungen ausländischer Bildhauer beeinflußt •— unter den stets gleich- |
bleibenden Forderungen kirchlicher Aufgaben in den hergebrachten |
Formen sich verbreitern, in den fortgesponnenen Typen den tiefen Aus- |
druck alter Qualen, alter Seelenkämpfe durchleben. Auch die bunte |
Fassung schließt diese Heiligen nicht wie die weißen Steinfiguren zu |
isolierten Erscheinungen ab; sie passen sich, ornamentale Glieder, dem | beherrschenden architektonischen Aufbau ein. Und doch spricht aus ' |
ihnen ein eindringliches statuarisches Gesetz; wie bei den gotischen |
Ahnen sind ihre Massen ausgewogen und halten sich in ihren anschau- |
liehen Funktionen das Gleichgewicht. Der gesunkenen Schulter ent- |
Abb. I. 1
=
lliUllilllllllUUlllllilllllllllllllillllNIIIIIIIIIUMMillllllllllUIIINIIIIMNIliUllilillllllllllilllllllllllinilllllll^