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VORWORT
Der Frieden beginnt zu Hause. Den Frieden lernen im eigenen Land, gehört zu den ersten Aufgaben der Friedensforschung. Will Friedensforschung glaubwürdig sein, muß sie daher auch die Friedens- und Sicherheitspolitik des eigenen Staates kritisch hinterfragen. So war es kein Zufall, daß das neu gegründete Friedensforschungsinstltut in Schlaining seine Forschungsarbeit mit einem Forschungsprojekt über "Österreichische Neutralität und Friedenspolitik" aufnahm.
Hiezu kam, daß seit den siebziger Jahren verstärkt die Forderungen nach einer zeitgemäßen Interpretation unserer Neutralität erhoben wurde, die Ansichten darüber, was unter "zeitgemäß" zu verstehen sei, aber sehr auseinandergingen. Mit anderen Worten: Es besteht zwar Ubereinstimmung darüber, daß sich die internationalen Rahmenbedingungen in politischer, ökonomischer, sozialer und militärischer Hinsicht verschoben und geändert haben, aber die Konsequenzen, die daraus für unsere Neutralitätspolitik gezogen werden, sind sehr unterschiedlich.
Das beginnt schon beim Begriff der Neutralität. Alte Ressentiments werden fortgeschleppt, andere tauchen in neuen Kleidern wieder auf. Das römische Weltreich, die Lehre vom gerechten Krieg und ideologische Kreuzzüge konnten und können Neutralität nur negativ beurteilen. Auch in einem "funktionierenden System der kollektiven Sicherheit, das wir leider noch nicht haben, wäre für Neutralität kein Platz, das heißt sie wäre überflüssig. Aber wir leben in einer Welt von souveränen. Staaten, die das Recht auf Kriegführung noch immer in Anspruch nehmen. Wer in dieser Welt von souveränen Staaten zum freiwilligen Machtverzicht, zum Verzicht auf Kriegführung bereit ist, kann in der Neutralität keine amoralische Haltung erblicken, sondern -unabhängig von der/Entstehungsursache - etwas sehr Positives und Zukunftsorientiertes. Neutralität als Symbol des