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Vorwort
Das Österreichische Wörterbuch (ÖWB) kann bereits auf eine beachtliche jahrzehntelange Tradition zurückblicken. Sein Vorläufer, die „Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis", in der ältesten Form auf 1879 zurückgehend, hatte sich auf einfache Wortlisten ohne Erklärungen beschränkt. Damals entstanden in verschiedenen Teilen des deutschen Sprachraums ähnliche Rechtschreib Wörterbücher, aber jeweils nur mit regionaler (einzelstaatlicher) Geltung.
Das ÖWB wurde im Vorwort zur 1. Auflage im Jahre 1951 als ein „Wörterbuch der guten, richtigen deutschen Gemeinsprache" charakterisiert. Daran hat sich selbstverständlich nichts geändert. Auch seine Aufgabe, Grundlage der Rechtschreibung in den Schulen und Ämtern Österreichs zu sein, ist bestehen geblieben. Es wurde nach pädagogischen Grundsätzen gestaltet und ist als Behelf zu selbständiger Arbeit für Schülerinnen und Schüler etwa ab der fünften Schulstufe geeignet. Dem angestrebten Ziel, ein Buch fürs Leben zu sein, ist das ÖWB in seiner nun vorliegenden 38. Auflage hoffentlich wieder um ein Stück näher gekommen. Sie unterscheidet sich von der vorhergehenden besonders durch die neue Rechtschreibung, eine beträchtliche Erweiterung des Wortschatzes und einschneidende Veränderungen im lexikographischen System.
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Generell hat sich das ÖWB seit seinem Bestehen mehrere Ziele gesetzt: Es ist in erster Linie ein Wörterbuch der deutschen Standardsprache in ihrer österreichischen Varietät. Es berücksichtigt neben dem allgemeinen Wortschatz vorzugsweise auch die Sachgebiete allgemeine Verwaltung (Administration), Schule, Haushalt, Handwerk, Gewerbe, Wirtschaft, Rechtswesen, Medizin, Technik, Physik, EDV, geographische Namen, Sport und Freizeit, jeweils einschließlich von Fremdwörtern und modernen Fachausdrücken. Besonderes Augenmerk gilt dem Leben Österreichs in Gegenwart und Geschichte, auf staatlichem und kulturellem Gebiet, aber auch den ländlichen Lebens- und Arbeitsbereichen. Manches davon spiegelt sich auch in umgangssprachlichen und mundartlichen Ausdrücken wider, die das ÖWB verzeichnet. Das ÖWB enthält in seinem Wortschatzteil Angaben über Orthographie, Aussprache, Worttrennung, Grammatik, stilistische Wortverwendung (siehe dazu die ausführliche Darstellung S. 14 ff., 3), Wortbedeutung und idiomatische Wendungen. In seinem Einleitungsteil bietet das ÖWB sowohl orthographische und grammatische Auskünfte als auch mancherlei sonstige Informationen, die hoffentlich dazu beitragen, es zu einem in manchem über ein reines Rechtschreib- und Definitionswörterbuch hinausgehenden nützlichen Nachschlagwerk auch für weitere Kreise zu machen.
Die Tatsache, dass in Österreich die deutsche Standardsprache - abgesehen von den Mundarten und der Umgangssprache - sich in mannigfacher Hinsicht von Ausprägungen (Varietäten) des Standarddeutschen verschiedener anderer Teile des deutschen Sprachraums unterscheidet, ist nicht nur den Fachleuten bekannt, sondern fällt auch den meisten Sprachbenutzern auf. Osterreich hat mit acht seiner neun Bundesländer Anteil an den Besonderhei-
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