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Im Kinderland
Längst ist Wülfrath - am Rande des rheinisch-westfälischen Industriegebietes im lieblichen Bergischen Land zwischen Düsseldorf und Wuppertal gelegen - eine blühende Industriestadt geworden. Im Jahre 1836 aber, als dort Otto Funcke, der später als evangelischer Volksschriftsteller so bekannt geworden ist, geboren vmrde, lag der Ort noch in ländlicher Stille und Abgeschiedenheit da. Es war ein herrliches Kinderparadies. Von den Höhen um Wülfrath konnte man bis in die Rheinebene hinuntersehen. Sicheriich ist der Bub Otto Funcke oft dort oben gestanden und hat in der Feme das silberne Band des Rheinstromes aufblitzen sehen. Da ist ihm wohl früh das Femweh ins Herz geschlichen und die Lust zum Reisen gekommen, die ihn später weit in der Welt ^ umhergeluhrt hat.
Otto Funckes Vater ist ein Doktor gewesen, ein richtiger Landarzt der guten alten Zeit. Er hat sein Amt 45 Jahre verwaltet, aber vor ihm hatte sein Vater gar 55 Jahre die Praxis ausgeübt. Was lag näher, als daß auch unser Otto davon träumte, in des Vaters und des Großvaters Fußstapfen zu treten? Die Mutter allerdings hegte für ihren Zweitjüngsten ganz andere Hoffnungen: der sollte einmal ein Prediger des Evangeliums werden. Und tatsächlich, sie hat recht behalten! -
Vater Funcke ist ein imponierender Maim gewesen. Werm er auf seinem Pferd, das er zur Bewältigung der großen Praxis brauchte, dahergeritten kam, waren seine fünf Jungen immer tm-bändig stolz auf ihn. Er hatte eine starke, energische Natur. Es hat ein ganzes langes Leben gebraucht, bis er aus seinem allgemeinen Gottes- und Schöpfungsglauben in das Vertrauen auf den Herm Jesus Christus und in seine Gnade hineinfand. Religiös war er eigentlich immer. Er konnte Leute, die über Heiliges höhnten, rücksichtslos anfahren. Das erfuhr einmal ein junger Adliger, der in seinem Luderleben Leib und Seele verdorben hatte, sich aber gern seiner Bildung und Aufklärung rühmte und mit dummen Spottreden um sich warf. Doktor Funcke fauchte ihn an: „Sie sind noch nicht trocken hinter den Ohren und wollen das verlachen, was die Welt zusammenhält? Sie Hanswurst, Sie, Sie tragen das göttliche Gericht schon in Ihren faulen Knochen. Noch ein Wort wie vorhin, und ich werfe Sie einfach zum Tempel hinaus !"
Das ist eine herriiche Sache gewesen, wie die Gnade diesen Mann der Kraft und des überschäumenden Temperaments am _ Ende herumgeholt und still und voll Glaubensgewißheit gemacht
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