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Í^^lach dem Sturz der jungen französischen Republik im Jahre 1851 setzte in Frankreich in der zweiten Hálfte des 19. Jahrhunderts in raschem Tempó ein ungeahnter wirtschaftlicher Aufschwung ein. In einem bisher unbekannten AusmaBe entwickelten sich Industrie- und Verkehrswesen, entstanden Bankén und Warenháuser. Am deutlichsten spiegelte sich dies in derMetropole Paris wider. Hier zeigte sich am frühesten das Zurückdrangen der menschlichen Beziehungen infolge der zunehmenden Bedeutung der Geld- und Warenbeziehungen. Mit dem Beginn der...
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Í^^lach dem Sturz der jungen französischen Republik im Jahre 1851 setzte in Frankreich in der zweiten Hálfte des 19. Jahrhunderts in raschem Tempó ein ungeahnter wirtschaftlicher Aufschwung ein. In einem bisher unbekannten AusmaBe entwickelten sich Industrie- und Verkehrswesen, entstanden Bankén und Warenháuser. Am deutlichsten spiegelte sich dies in derMetropole Paris wider. Hier zeigte sich am frühesten das Zurückdrangen der menschlichen Beziehungen infolge der zunehmenden Bedeutung der Geld- und Warenbeziehungen. Mit dem Beginn der Spátphase der kapitalistischen Entwicklung wurde auch in der Kunst offenbar, daB die menschlichen Werte nichts mehr bedeuteten, beide wurden zur Ware. Die spatbürgerliche Periode, in die das Leben des französischen Malers Paul Gauguin falit, charakterisierte der Künstler mit den Worten: In Európa bereitet sich für die kommende Generation eine furchtbare Zeit vor: die Herrschaft des Goldes. Alles ist verfault, die Menschen und die Kunst." In diesen Worten klingt an, daB in jenen Jahrzehnten die Trennung der Künstler vom bürgerlichen Kunstpublikum erfolgte. lm Verlaufe jenes Prozesses der tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandlungen und damit der Herausbildung eines groBen Pariser Künstlerproletariats ist das Schicksal Gauguins, der als einer der ersten Maler sich von den spatbürgerlichen Zivilisationsgebrechen abkehrte, wohl nicht so sehr ein Einzelfall, als vielmehr eine symptomatische Erscheinung. Als Paul Gauguin am 7. Juni 1848 in Paris geboren wurde, loderte in Európa die Flamme der Revolution. Schon drei Jahre spáter jedoch erlangte in Paris die Reaktion durch den Staatsstreich Louis Napoleons die Oberhand. Nach diesem Gewaltakt muBte auch Gauguins Vater, der republikanisch gesinnte Journalist Clovis Gauguin, wegen seiner politischen Gesinnung die Flucht ergreifen. Er begab sich mit seiner Familie nach Peru. Auf der Seereise starb Clovis Gauguin, seine Frau zog mit den Kindern zu ihren Verwandten nach Lima in Peru. Vier Jahre spáter kehrte die Familie nach Frankreich zurück und fand bei einem Schwager in Orléans Aufnahme. Der junge Paul besuchte hier die Schule, im Jahre 1865 ging er zur Marine. Wáhrend seiner sechsjahrigen Dienstzeit kam er nach Danemark, Schweden, aber auch in die überseeischen Stadte Rio de Janeiro und Bahia, wo er vom Zauber exotischer Landschaften beindruckt wurde. Als er 1871 auf Urlaub kam, vermittelte ihm sein Vormund - seine Mutter war wenige Jahre zuvor gestorben - eine Tatigkeit in einem Pariser Bankhaus. In kurzer Zeit verschaffte er sich durch geglückte Spekulationen in einer Konjunkturperiode eine angesehene bürgerliche Stellung frei von finanziellen Sorgen.

Termékadatok

Cím: P. Gauguin [antikvár]
Szerző: Horst Büttner
Kiadó: VEB E. A. Seemann Verlag
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 240 mm x 330 mm
Horst Büttner művei
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