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Erziehen und Erzieher Ein VersuchNicht einer lebt, den man nicht schlecht oder recht umstellen könnte. Da sind an ihm die vielen selbstischen Triebe und die unverhüllte Art, sie zu zeigen. Sie muß verhüllt werden, das Kind lernt Benehmen. Da sind die vielen ineinandergreifenden Strebungen im jungen Menschen, die übermäßigen Wünsche, oft wechselnden Absichten, noch undeutlich gerichtet. Sie werden freilich meist nur abgerichtet, in der Volksschule selbstverständlich anders als in den höheren, Angestellte und noch Besseres vorbereitenden Anstalten. Wenige Jahre haben das Kind, das vor kurzem noch in vorgeschichtlichem Fruchtwasser schwamm, auf die Höhe der Zeit zu bringen. Das ist: auf die Höhe der vorhandenen Eltern und Lehrer und vor allem der bürgerlichen Gesellschaft. Zu der der Geborene auftaucht, in die der Jugendliche hineinwächst und für die er ein so bequemes wie nützliches Mitglied werden soll. Das Leitbild der Erziehung ist so, klassenmäßig abgeteilt, das jeweilig genormte, ist darin statisch, und die Jugend wird darauf fixiert. Nur selten zeigt das bourgeoise noch einige schmale utopische Ränder, im Sinn des good Citizen, gar des Citoyen, wie das bei Rousseau, bei Pestalozzi, also im Aufstieg der bürgerlichen Gesellschaft durchaus der Fall war. Heute sind diese Ränder verschwunden oder kommen, besonders amerikanisch, nur noch in einer gut oder weniger gut gemeinten Phrase vor. Was die Bildung des Charakters angeht, so wird vor allem die beherrschte Klasse auf den unvermeidlichen Triebverzicht vorbereitet, den die bürgerliche Gesellschaft von ihr verlangt. Was die Ausbildung