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PADUA IM LAUF DER JAHRTAUSENDE
Das dreitausendjährige Bestehen Paduas zerfällt in zwei Abschnitte, die voneinander durch den verschiedenen Stadtnamen «Patavi-um» bzw. «Padua» klar abgegrenzt sind. Pata-vium, der Legende nach eine Gründung Ante-nores', entstand im 10. Jh. vor Christus als einfaches Dorf.
Im 3. Jh. v. Chr., zur Zeit des «großen galh-schen Krieges» (226/225), begannen auch die. direkten freundschaftlichen und dauerhaften Verbindungen der Veneter mit den Römern. Patavium erlangte dank der glücklichen geographischen Lage und des vorzüghchen Netzes von Überlandstraßen noch zur Zeit des Augustus ein ungewöhnliches Maß wirtschaftlichen Wohlstandes als Mittelpunkt der Verarbeitung und des Umsatzes von Wolle. Patavium war außerdem ebenso wie Aquileja und Verona Schauplatz der Verurteilung und des Martyriurns christlicher Bekenner (hl. Justina im Jahre 304). Dieser Umstand beweist, daß am Ende des 3. Jh.s in Padua bereits eine ordentliche bischöfliche Hierarchie in ihr Amt eingesetzt war. Von den Hunnen wurde Patavium 451 eher gestreift als betroffen; einen tödlichen Schlag erhielt es aber von den Langobarden.
Der zweite Abschnitt der Existenz Paduas nimmt seinen regulären Anfang, nachdem der Bischof nach dem Sturze des Langobardenreiches durch Karl den Großen (774) in die Stadt zurückgekehrt war. Erst nach der Mitte des 10. Jh.s setzt in Padua und im Paduanischen wieder in zunehmendem Maße ein halbwegs geordnetes öffentliches Leben ein, das durch die Autorität der Bischöfe gefördert und überwacht wurde. Die freien Gemeinderechte waren tatsächlich aber widerrechtliche Aneignungen der höchsten weltlichen Autorität des «Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation», von dem das «Königsreich Italien» ein integrierender Teil war. Darum rückte der junge Kaiser Friedrich L «Barbarossa», 1154 nach Italien ein, um die Arroganz der Lombardischen (paduanischen)
Rebellenstädte und der Bischöfe als ihrer Beschützer zu brechen. Der eiserne Wille der weifischen Gemeinde, in Freiheit zu überleben, wurde am 4. März 1174 durch einen wütenden Brand, der gut drei Viertel der Stadt rund um die Flußschleife vernichtete, auf eine harte Probe gestellt. Das Padua des beginnenden 13. Jh.s, das dem hl. Antonius (1230/31) wegen seines christH-chen Glaubens so teuer war, war aber auch eine Stadt von Kultur: Am 29. Sept. 1221 legte eine Gruppe von Doktoren und Studenten der Jurisprudenz aus Bologna den Grund für das ruhmreiche und jahrhundertelange Bestehen der Universität. Das Leben der freien weifischen Gemeinde erlebte aber auch einen düsteren Abschnitt der Tyrannei. Vom 25. Februar 1237 bis zum 20. Juni 1256 hatte in Padua die kaiserliche Partei, beherrscht von Ezzelino III. von Romano, das Obergewicht. Von 1256 bis 1310 blühte die Gemeinde Padua ohne weitere Unterbrechungen auf und konnte sich so den Rang eines absoluten Primats in Venetien erringen. Die Stadt wurde am 3. August 1337 von einem Heer aus Venedig-Florenz-Carrara befreit. Mit jenem Tage begann die Herrschaft der Da Carrara. Mit dem 21. November 1495 endet Paduas Rolle als Stadtstaat mit eigener pohtischer Geschichte. Am 28. April 1797 begrüßten die intellektuellen Jakobiner Paduas begeistert die Soldaten Bonapartes. Am 7. November 1813 begann die lange Periode der österreichischen Herrschaft.
In Padua hatte auch der «große Krieg 1915/ 18» seinen ruhmreichen Ausklang. In Padua unterzeichnete in der Villa Giusti della Man-dria die österreichischen Bevollmächtigten am Abend des 3. November 1918 den Waffenstillstand, der die Niederlage der österreichisch-ungarischen Armee und damit gleichzeitig das Ende des jahrhundertealten Habsburgerreiches besiegelte. Die harten Opfer, welche die Bevölkerung Paduas im langen Winter 1917/18 erleiden mußte, fanden am 3. November 1918 ihre glücklichste Krönung.
Kuppeln der Basilika des hl. Antonius.