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PrologVor einem der Gräber bleibe ich stehen. Es muss ziemlich neu sein, verdorrte Blumengestecke liegen noch darauf die Rosen sehen aus wie kleine Schrumpßöpfe, auf einer der Schleifen steht falsch, aber dafür in Gold: Dein Cousein Heinz. Vögel lärmen in den hohen alten Bäumen, aus dem Hintergrund ist ein beständiges Rauschen zu vernehmen. Ich schließe die Augen und versuche mir vorzustellen, es sei ein fernes Meer und nicht die Autobahn.Friedhöfe habe ich immer geliebt, hab mir Geschichten zu den Menschen ausgedacht, deren Namen auf den Grabsteinen standen. Hab mir die Skelette in der schwarzen, feuchten Erde vorgestellt. Grünvermoderte Knochen, an denen noch Fetzen der Kleidung hängen.Ich wünschte, Mama wäre in dem weißen Kleid beerdigt worden, das ich für sie gekauft habe. Weiß sei nicht ihre Farbe, hat sie immer gesagt. Noch nicht einmal bei ihrer Hochzeit hat sie ein weißes Kleid gewählt. Die Farbe der Jungfräulichkeit hätte wohl auch kaum zu ihrem dicken Bauch gepasst. Wie oft hat Er mir zu verstehen gegeben, dass Er Mama nie geheiratet hätte, wenn sie nicht schwanger gewesen wäre. Wahrscheinlich sollte das eine Entschuldigung für seine Affären sein. Mama ist nicht zuletzt deswegen gestorben. Die ständigen Verletzungen, Missachtungen, Zurückweisungen haben erst ihre Seele, dann ihren Körper getötet.Als sie mich für immer verließ, hab ich geschlafen. Und nichts