Bővebb ismertető
Der Lkw lag auf der Seite, grau und schwer.
Ein gestrandeter Wal, dachte Milo.
Diesel sickerte aus der Flanke des Ungetüms. Die Front-scheibe war geborsten, die Fahrerkabine tief eingedrückt, als hatte sich eine gewaltige Faust hineingebohrt. Verbogenes, verkeiltes Blech, aufgeplatzt und zerrissen.
Ein Trupp Feuerwehrleute versuchte, das Leck im Tank abzudichten und den Kraftstoff zu binden. Andere kletter-ten auf den Laster, mit schwerem Gerat, zur Fahrerkabine. Notarzt und Sanitáter folgten ihnen mühsam.
Der Fotograf wechselte die Position. Milo stand jetzt ne-ben dem Lkw und spáhte in das Führerhaus.
Ein Mann auf dem Sitz, vielleicht fünfzig Jahre alt. Sein Körper hatte die Form eines S. Der Kopf hing im Nacken, die Brust war vorgestreckt, der Bauch vom Lenkrad zurück-gedrückt.
Dass Milo hier war, verdankte er Gerald Bünde, einem Polizisten. Der Beamte sicherte mit seinem Dienstwagen die Unfallstelle auf der Al beim Brinkumer Kreuz vor den Torén Bremens. Der Fotograf hatte seinen Gelándewagen un-mittelbar hinter Bündes VW auf dem Standstreifen gestoppt. Es war ein kurzer Wortwechsel mit dem Staatsdiener ge-folgt. Anschliefiend hatte der Beamte den Fotografen in einem unbeobachteten Moment durchgelassen, gegen ein kleines Honorar. Der Mann verdiente sich etwas dazu mit Infos, die die Journalisten sowieso - ohne ihn allerdings erheblich mühseliger - recherchieren würden.
Milo hob die digitale Kamera, visierte das Gesicht des Lkw-Fahrers an, holté es mit dem 200er-0bjektiv heran. Die Augen des Unfallopfers waren geschlossen, aus der Nase lief Blut, der Mund stand leicht offen. Grau war dieses Gesicht, grau wie Asche. Der Tod schlich sich an, nahm Besitz.
Der Fotograf liefi die Kamera sinken. Er spürte ein feines Zittern in der rechten Hand. Kein Foto, nicht das. Milo