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Nur 33 Tage hat Papst Johannes Paul I., der „Papst der Güte und des Láchelns", als Bischof von Rom die katholische Kirche geleitet. Ebenso überraschend, wie er nach dem eintágigen Konklave der Kardinále am Nachmittag des 26. August 1978 in der Sixtina zum Nachfolger Pauls VI. gewáhlt worden war, starb er in der Nacht zum 29. September in seiner Wohnung im 3. Stockwerk des Vatikanpalastes. Eine zugleich mit seinem uns alle schockierenden Tod bekanntgewordene Legende berichtete aus der Einsamkeit des Sterbezimmers, der Papst sei mit des Thomas von Kempen „Nachfolge Christi" in der Hand verstorben. Wahr ist dagegen, Albino Luciani starb nach der Durchsicht von Redeentwürfen und anderen Notizen, das heiík mitten in der Regierungsarbeit, die er gerade erst begonnen hatte. Und das letzte von ihm noch unterzeichnete Dokument ist ein Brief an Bischof Hugó Aufderbeck und die Erfurter Katholiken aus Anlafi der 700-Jahr-Feier der dem Hohen Dom benachbarten St.-Severi-Kirche. Keine Legende und deshalb um so überzeugender ist die Vision des Papstes in dem unserer vorliegenden Sammlung zum Schlufi angereihten Dokument, sein aller Menschen Wege deutendes Wort: „Diese Wohnung im Himmel ist es, die unserer kurzen irdischen Pilgerfahrt Bedeutung verleiht." Was gab dem so unerwartet kurzen Pontifikat Johannes Paul I. vordergründig solche Bedeutung, die nicht nur den Katholiken in aller Welt „ein neues Gefühl des Angesprochenseins und Verstandenseins vermittelte"? D. A. Seeber reflektiert das Phánomen so: „Dieser Papst hat alléin schon durch seine Erscheinung Geschichte gemacht. Von den wenigen Tagén seines Pontifikates hat er durch Gesten, Handlungen, Reden und Verhalten dem Papsttum einen neuen Stempel aufgeprágt: er hat es menschlicher, verstándlicher, zugángli-