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Meist war es das volkstümliche, nostalgische Paris, das Filmemacher und Schriftsteller, Musiker und Maler in seinen Bann zog und dem sie ihre Werke widmeten. Ein halbes Jahrhundert fotografierte Róbert Doisneau seine Stadt und fing >das Pariserische< starker ein als jeder andere. Bilder wie das vom Kuss eines Paares im Menschenstrom vor dem Hotel de Ville wurden zur Idee von Paris schlechthin - wie die Chansons von Edith Piaf und Charles Aznavour, wie die Filmé von Marcel Carné und Leos Carax, die Bücher von Colette und Léo Malet oder die Operetten von Jacques Offenbach. Noch heute ist es nicht zuletzt dieses Bild von Paris, das die Stadt zum Mythos macht. Die Zeit von Toulouse-Lautrec, der die Damen des Moulin Rouge, die Atmospháre von Montmartre und Pigalle in seinen Werken festhielt, die Zeit, in der auch der Cancan entstand, in der Paris den Ruf der sündigen Stadt besaB - in deren Quartiers es aber eigentlich wie auf dem Dorf zuging. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der populáre Charakter der Quartiers verlorengegangen, das Paris der Belle Epoque und der Bohémé ist unwiederbringlich Vergangenheit. Doch hat die Stadt nichts an Lebendigkeit verloren. Zuwanderer aus den ehemaligen Kolonien sorgen dafür, dass die französische Metropole in Bewegung bleibt. Hier leben Nordafrikaner ebenso wie Kreolen aus den überseeischen Territorien in der Karibik, Schwarzafrikaner aus den frankophonen Landern des Kontinents ebenso wie Südostasiaten oder Chinesen. Die Seine-Metropole als multikulturelle Weltstadt profitiert von Marabuts und Rabbinern, Moscheen und Synagogen, chinesischen Buchhandlungen, arabischen Rundfunksendern und afrikanischen Plattenlabeln, von exotischen Restaurants und Márkten. - Und ihre Besucher können, wie ihre Bewohner, ohne teures Flugticket einen Ausflug nach Chinatown oder eine Reise nach Afrika unternehmen. Doch auch für Paris gilt die Rede vom melting pot der Ethnien, Hautfarben und religiösen Überzeugungen nur bedingt. Viele der Einwanderer und Gastarbeiter gehören den unterprivilegierten Schichten an und werden mit Diskriminierung und Rassismus kon-