Bővebb ismertető
Editorial Impressum „Das eine schliefít das andere aus" - heiík es. Ein Beispiel? „Dort wo der Ehrgeiz beginnt, hören die naiven Empfindungen auf", schreibt Balzac. Aber, so wáre zu fragen, wie haltén es da die Grenzgánger? Diejenigen, die von der Ambivalenz angezogen werden, gleichsam ihre Kraft aus dieser Spannung beziehen? Ein paar solcher Grenzgánger werden in diesem Heft vorgestellt: Auf dem Domplatz in Salzburg gab er ein Konzert im Rahmen der „Szene der Jugend" und spielte klassischen Mozart und Jazz; für die „Salzburger Festspiele" hat er die Konzerte kurzfristig abgesagt: Friedrich Gulda - der Unberechenbare. „Die geláhmten Hundertjáhrigen" nannte er einmal die Besucher von Konzerten mit nur klassischer Musik. Das Entweder-Oder scheint ihn einzuschláfern, oder es macht gleichgültig oder Iáik nichts mehr zu tun übrig. „Josef Beuys und Marcel Proust - wie paík das zusammen?" fragten wir Reiner Speck, den leidenschafdichen Sammler: „Für mich ist Sammeln die Fortsetzung des Lesens", meinte der Kunstsammler, Literaturkenner und Urologe und verriet die vier Saulén seiner Lebensphilosophie. Ein Avantgardist, der in die Jahre gekommen ist - Gerhard Rühm, der konkrété Poet: „Es gibt nicht mehr und weniger Wirkliches, und alles bedarf der interpretierenden Wahrnehmung, um bewuík zu werden", sagt Rühm. Er sieht sein Anliegen in der Sensibilisierung unserer Wahrnehmungsfáhigkeit. Dabei Wahlverwandtschaft Erfahrungen von Grenzgángern bedient er sich der Sprache ebenso wie der Zeichnung und der Musik. Auch der Videokünstler Kriesche Iáik sich nicht schubladisieren. Als Kunstpádagoge fügt er sich in die notwendigen Rahmenbedingungen ein, um dann als Künsder seine Freiheit erieben zu können. Für Antonio Canova hingegen war die Zeichnung eine prázise Vorbereitung für seine Aufgabe als Bildhauer, die Maierei vergnügliche Freizeitbescháftigung. Diese immer wieder auftauchende Wahlverwandtschaft ist es, die fasziniert und gleichzeitig die Frage aufwirft, ob nur Künsder diese Ergánzung suchen. Eigentlich műiken Grenzgánger die glücküchsten Menschen sein. Sie wandern von einer Muse zur anderen, erieben sich in einem gegensátzlichen Fliehen und Suchen, Suchen und Finden und vereinen ihre ambivalenten Ambitionen in wechselseitiger Anerkennung. Denn das eine schlieík das andere mit ein. P. S.: „Sechs Seiten" heiík ein neues Projekt von PARNASS. Ein Künsder hat jeweils die Möglichkeit, sechs Seiten zu gestalten, wobei ihm freisteht, wie er Teile seiner Arbeit publiziert, die nicht für Ausstellungen oder Kataloge gemacht sind, sondern eben speziell für eine Zeitschrift. Die Verantwortung liegt beim Künsder. Wir beginnen mit Erwin Wiirm, den wir in der Rubrik „Ateliergespráche" in Heft 2/1988 schon vorgestellt habén. Erwin Wurm wird auch die weitere Betreuung der Künstler übernehmen. In den folgenden Ausgaben sind Arbeiten von Gerwald Rockenschaub, Ernst Caramelle und Brigitte Kowanz geplant. Die Auswahl der Künsder ist nicht auf Österreich beschránkt. Ihre
Charlotte Kreuzmayr Umschlag: Erwin "Wurm: „Bunker nach West", Siebdruck, 70x50 cm, 1988. Im Hintergrund ein Bild von Siegfried Anzinger, davor eine Figur aus den 30er Jahren PARNASS - SONDERHEFT 5 Ende Október erscheint wieder unser Sonderheft. Wir werden Sie in der letzten Ausgabe dieses Jahres noch ausführlicher darüber informieren. Sollten Sie schon jetzt die Reservierung vornehmen wollen, schicken Sie uns bitté die im Heft beigeheftete Bestellkarte ausgefüllt zu. Das Thema des Parnass-Sonderheftes 5: „Zum Stellenwert der Künste heute."