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DIE HANDLUNG
VORGESCHICHTE
Ein See trennt zwei gegensätzliche Welten: zum einen die Gralsgesellschaft, gegründet von Titurel, der im göttlichen Auftrag eine Heimstatt schuf für zwei wundertätige Symbole des Lebens und Leidens Christi: die Kristallschale, aus der der Heiland beim letzten Abendmahle trank, und den Speer, mit dem der römische Legionär Longinus den Heiland am Kreuz verwundete. Um Gral und Speer scharte sich die Gralsgesellschaft: Ritter und Knappen, die in keuscher Wohltätigkeit leben und Kraft und Nahrung aus dem täglichen Anblick des Grals schöpfen. Mitglied der Gralsgesellschaft wollte auch Klingsor werden; doch er konnte den Trieb in sich nicht besiegen und entmannte sich, wurde jedoch von Titurel als unwürdig zurückgewiesen. So sann Klingsor auf Rache: im See errichtete er Burg und Zaubergarten, bevölkert von verführerischen Blumenmädchen, die die Gralsritter anlocken und verderben sollen. Schon manchen Ritter hat Klingsor so dem Grale entfremden können, und so zog eines Tages Amfortas, Titurels Sohn, der den alten Mann in der Thronfolge abgelöst hatte, mit dem heiligen Speer bewaffnet gegen Klingsor, um sein Zauberreich zu zerstören. Er erlag jedoch den Verführungskünsten Kundrys, die - als demütige Gralsbotin wie als lockende Schönheit - in beiden Welten lebt. Sie, die lachte, als der Heiland sein Kreuz nach Golgatha trug, ist verdammt zum ewigen Dasein ohne Erlösung. In Kundrys Armen überraschte Klingsor den Gralskönig, entwand ihm den heiligen Speer und verwundete ihn damit - und die Wunde will nicht heilen.
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