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Vorwort zur zweiten Auflage.
Das Lehrbuch hat viel Zustimmung und manche Kritik erfahren.
Letztere ist um so willkommener, als sie Hinweise auf bessere Gestaltung dieses oder jenes Abschnittes an die Hand gibt. Nicht alle Wünsche sind indes zu erfüllen. Widersprüche werden sich auch jetzt noch im Lehrbuch finden, als ein Beweis, daß die Pathologie noch keine fertige, sondern eine fortschreitende Wissenschaft ist. Gewiß besitzt ein Lehrbuch von einer Hand große Vorzüge. Das beweist am besten das Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie von Kaufmann. Aber ein Lehrbuch der allgemeinen und speziellen pathologischen Anatomie neu zu schreiben, ohne seine ganze Zeit ausschließlich diesem Werke zu widmen, erschien mii' bei dem jetzigen Umfange unserer Disziplin eine Unmöglichkeit. Daher habe ich dem Verleger dieses Lehrbuches, dessen Hinscheiden wir inzwischen zu beklagen hatten, einen dahingehenden Wunsch abschlagen müssen. So entstand das gemeinsame Werk, und ich kann nur erneut allen Mitarbeitern dafür danken, daß sie so bereitwillig mithalfen, auf schwierigen theoretischen Gebieten eine ausgleichende Darstellung zu finden. Daß das bei der Entzündung, über welche bekanntlich jeder Pathologe sein eigenes Glaubensbekenntnis besitzt, nicht ganz durchführbar ist, weiß jeder Sachverständige.
Schweren Herzens habe ich mich auf vielfachen Wunsch der Kritik hin entschlossen, jedem einzelnen Kapitel Literatur anzufügen. Ich bin mir bewußt, daß der goldene Mittelweg nicht leicht zu finden ist. Doch haben wir es versucht. Das Lehrbuch soll kein Nachschlagebuch für Literatur sein, aber doch Anhaltspunkte zur weiteren Nachforschung geben. Für die ausländische Literatur sei auf die Lehrbücher von Adami, Lustig, Ghantemesse und Podwyssotzki und das Handbuch von Bouchard verwiesen.
Die Gliederung des Lehrbuches, die sich im wesentlichen an das Orthsche Lehrbuch anlehnt, hat durch die Einfügung des Kapitels „allgemeine Pathologie der Zelle", von Kollegen Rößle bearbeitet, eine, wie ich hoffe, willkommene Bereicherung erfahren. Dieser hat auch freundlicherweise die Neubearbeitung des Albrechtschen Kapitels übernommen.
Hoffentlich wird die eingehende Kritik der Fachkollegen, denen ich diese zweite Auflage unterbreite, es ermöglichen, die etwa noch bestehenden Lücken völlig auszufüllen.
L. Aschoff.