Bővebb ismertető
VorwortIn diesem Beitrag habe ich versucht, einige bekannte und weniger bekannte kirchenpolitische Ereignisse aus der Amtszeit der beiden Patriarchen Kyrillus VI. und Shenuda (Shinüda) III. während der Regierungen von Präsident Gamal Abd al-Nasser (Jamal 'Abd al-Näsir) und Präsident Anwar al-Sadat (al-Sädät) aufzuzeichnen. Der geschichtliche Rahmen ist damit zeitlich diu-ch die Inthronisierimg von Kyrillus VI. am 19. April 1959 und den Mordemschlag auf Präsident Anwar al-Sadat am 6. Oktober 1981 gesetzt. Gamal Abd al-Nasser hatte schon fünf Jahre regiert, als Kyrillus VI. sein Amt als Patriarch übernahm, und Shenuda III. feierte am 14. November 1996 sein 25jähriges Amtsjubiläiun, 15 Jahre nach dem Tod des Präsidenten Anwar al-Sadat.Die Kirchenpolitik der Kopten in den sechziger und siebziger Jahren war weitgehend durch ihre grundlegenden Stellungnahmen zu den Juden und Muslimen bestimmt. Es ist daher uniungänglich für das Verständnis der Einstellung der Kopten zu den Juden und Muslimen, religionsgeschichtliche und religionssoziologische Einführimgen voranzustellen. Nur mit diesem Hintergrundwissen sind auch die Reaktionen der koptischen Patriarchen auf die Probleme ihrer Zeit zu verstehen imd zu bewerten.In dem Kapitel über das Verhältnis der Kopten zu den Juden sind die bedeutendsten Stufen in der Entwicklung des koptischen Antijudaismus aufgezeichnet. Das Verhältnis der Kopten zu den Muslimen ist einerseits durch die koranische Gesetzgebung, andererseits aber auch durch die Liberalisierungsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt worden.Die Beschreibung der Patriarchenzeit von KyriUus VI. ist in drei Abschnitte gegliedert. Diese widmen sich dem Personen- xmd Wirkimgs-kreis des Patriarchen und einigen ausgewählten außen- imd innenpolitischen Problemen. Aufgrund einer gänzlich anderen kirchenpolitischen Situation in den siebziger Jahren sah sich Shenuda III. völlig neuen Problemen gegenübergestellt. Auch das harmonische Verhältnis, das das Patriarchat von KyriUus VI. mit dem Präsidenten auszeichnete, war wegen der so unterschiedlichen Persönüchkeitsstrukturen von Shenuda III. und Sadat nicht mehr gegeben. Bedrohungen und Demonstrationen, aber auch Ermutigungen und Verantwortungsbewußtsein verlangten kreative Erwiderungen. Einige dieser Herausforderungen sind in dem letzten TeU behandelt.