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Fritz Erpel - Paul Cézanne [antikvár]
 
Die Kunst ist eine Harmonie inParalleie zu der Natur- was soii man von den Schwachl
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Die Kunst ist eine Harmonie inParalleie zu der Natur- was soii man von den Schwachl<öpfen halten, die Ihnen erzählen, der Künstler sei der Natur immer unterlegen? Cézanne an Joachim Gasquet, 26.9.1897 »Ich lebe ein bißchen wie in einem leeren Raum. Die Malerei geht mir ijber alles«, notiert Paul Cézanne, August 1906, im späten Briefgespräch mit dem Sohn, das die raren, beiläufigen Bekenntnisse seiner Altersjahre ebenso schlicht wie triumphal beschließt. Und bald darauf: »Was mich selber betrifft. ich muß allein bleiben, die Leute sind dermaßen ausgekocht, daß ich mich nie davor zu retten wüßte, alles nur Räuberei, Angeberei, Vorurteile, Vergewaltigung, gleich immer die Hand auf un-sern Arbeiten, und trotzdem ist die Natur sehr schön.« Cézannes letzte Jahre, sie sind von Legenden umwoben. Aber dennoch: die arbeitsbesessene Einsamkeit des friedlos umgetriebenen Malers, obwohl nicht ohne historisches Beispiel, war und ist exemplarisch. »Man macht sich über mich lustig«', erklärt der Alte einem seiner jüngeren Besucher, dem Maler Emile Bernard. »Ich habe nicht die Kraft, Widerstand zu leisten. Die Einsamkeit ist das, was ich verdiene. Wenigstens kriegt mich so keiner am Kanthaken.« Einsamkeit: ihr gilt die Klage eines Mannes, der den trostlosen Rückzug in Verlassenheit und Selbstbescheidung nie für den tiefsten Sinn seines Lebens, seiner Arbeit gehalten hatte - und der allein blieb, da er, in schwierigem Widerstrelt mit sich selbst, in bohrendem Zwiespalt zwischen Empörung und Tradition, Ohnmacht und Selbstgewißheit, einer erneuerten Kunst den Weg bereiten wollte ohne den Beistand und Auftrag einer erneuerten Gesellschaft, ja: ohne den glücklichen Blick nach vorn, der auch den eigenen Schatten überspringt. "Ist es«, so fragt er schließlich den Sohn, »hinieden auf Erden und im Ablauf des Lebens das Unnatürliche und das Angepaßte, was mit Sicherheit den größten Erfolg hat, oder ist es ganz und gar eine Reihe von Glücksfällen, die unsere Mühen zu einem guten Ende führen?« Unter südlicher Sonne, in der alten Hauptstadt der Provence nahe Marseille (zurZeit seiner Geburt ein Zentrum der Filzindustrie), wird Paul Cézanne am 19. Januar 1839 als Sohn des Hutmachers und Geschäftsteilhabers Louis-Auguste Cézanne und der bei diesem beschäftigten Drechslerstochter Anne-Elisabeth-Honorine Aubert geboren; die Eltern heiraten erst 1844. »Die Mutter ist es, der Paul seine Phantasie und seine Lebensauffassung verdankt.« (Ambroise Vollard) Louis-Auguste, der Vater, ist ein Selfmademan reinsten Wassers, provinzieller, doch profilierter Vertreter bourgeoisen Unternehmungsgeistes des Juste-milieu, tatkräftig, ausdauernd, mit dem Blick für die rechte Gelegenheit begabt und auch mit Glück. Hutmacher und Händler, sammelt er, vor allem durch Kreditgeschäfte mit den Lieferanten seines Gewerbes, den Kaninchenzüchtern der Umgebung, ein Vermögen an und erwirbt die in Konkurs gegangene einzige Bank von Aix-en-Pro-vence; mit deren Kassierer als Teilhaber gründet er 1848 das Bankhaus Cézanne und Cabassol - in selben Jahr, in dem Arbeiter und Kleinbürger sich gegen Wahlzensus und Korruption, gegen Einschränkung und Verweigerung ihrer elementaren politischen Rechte erheben, das Bürgerkönigtum entthronen und Frankreich erneut zur Republik machen; Im selben Jahr, in dem der Protest des Pariser Proletariats, provoziert durch Schließung der erst im Februar eingerichteten Nationalwerkstätten, in der Junischlacht im Blut der Arbeiter erstickt wird. Als Louis-Auguste fast vier Jahrzehnte später, achtundachtzigjährig, stirbt, hinterläßt er seinen Erben ein Vermögen von mehr als einer Million Francs. Dieser Vater, voll Vertrauen in die eigene robuste Kraft, verwaltet fortan das Leben seines Sohnes, dessen bürgerliches Leben wohlverstanden. Wie er ihn von jung auf seiner väterlichen Autorität unterwirft, unterwirft er ihn zugleich der Gewalt des väteriichen Geldbeutels. Dem Zwang zur Lohnarbeit enthoben, doch in Abhängigkeit gehalten von der Familie, hineingetrieben in ein höchst reizbares Selbstgefühl voll Mißtrauen und Verletzlichkeit, verharrt Paul Cézanne, im Herzen so daseinsfreudig, im grell-dumpfen Trotz der Unmündigkeit: der ihn, kein Wunder, aiiemal auch zur Aufsässigkeit provoziert, zum jähen Mut der Unbedingtheit, zur Kühnheit schroffer Unvernunft. »Cézanne etwas beweisen zu wollen«, beschreibt der junge Emile Zola den treuen Jugendfreund, »hieße die Türme von Notre-Dame überreden, eine Quadrille zu tanzen Er ist ganz aus einem Stück, starr und schwer zu behandeln. Nichts bringt ihn Zum Nachgeben, nichts kann ihm ein Zugeständnis abringen. Er will nicht mal über das reden, was er denkt So steht er denn mitten im Leben mit ganz bestimmten Ideen, die er nur auf Grund seines eigenen Urteils ändern will.«

Termékadatok

Cím: Paul Cézanne [antikvár]
Szerző: Fritz Erpel
Kiadó: Henschelverlag Kunst und Gesellschaft
Kötés: Vászon
ISBN: 3362000622
Méret: 250 mm x 280 mm
Fritz Erpel művei
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