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EIN ZEUGE JESU CHRISTI UND DER HUMANITÄTAm 18. Juli 1939 erreichte Frau Pfarrer Schneider in Dickenschied um 18.30 Uhr ein Telegramm folgenden Inhalts: Paul Schneider, geboren am 29. 8. 1897, heute um 10 Uhr gestorben. Überführung auf eigene Kosten möglich, wenn erwünscht Nachricht innerhalb 24 Stunden an Bestattungsamt Weimar, sonst Einäscherung. Lagerkommandant Buchenwald."In den Gemeinden Dickenschied und Womrath war seit der letzten Verhaftung am 3. Oktober 1937 für Pfarrer Paul Schneider sowohl in den Häusern der beiden kleinen Gemeinden als auch in den Gottesdiensten Fürbitte geleistet worden. Ein besonders treuer Kreis der Gemeinde fand sich zu regelmäßigen Gebetsstunden für den verhafteten Pfarrer zunächst in der Kirche, später im Pfarrhaus zusammen. Auch nach der Verhaftung Paul Schneiders war er für die Gemeinde ihr Pfarrer geblieben. Nur wenige hatten sich gegen ihn gestellt. Gott gab den Gemeinden Dickenschied und Womrath ihren Pfarrer, der sich ihnen immer treu verbunden wußte, nicht lebend wieder.Als ein wahrer Zeuge seines Herrn mußte er sein Leben in der Nachfolge lassen. Sein Tod bewegte nicht nur seine beiden Gemeinden, sondern alle Gemeinden der Bekennenden Kirche in Deutschland. Er war der erste Theologe, der während der nazistischen Gewaltherrschaft seine Glaubenstreue mit dem Tode besiegelte. Vor ihm war schon ein Laie der Bekennenden Kirche den Weg bis zum bitteren Ende gegangen, der juristische Mitarbeiter der Vorläufigen Kirchenleitung, Landgerichtsdirektor a. D. Dr. Weißler, der 1936 im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Denkschrift der VKL verhaftet und im KZ ermordet worden war.Ein nichtchristlicher Mithäftling berichtet über Paul Schneiders letzten Lebensabschnitt: Schneider hat seinen Beruf als Pfarrer den anderen Häftlingen gegenüber nie verleugnet. Er versuchte, durch christlichen Zuspruch, Mahnung, Bitte, tätige Mithilfe seine Mitgefangenen für Christus zu gewinnen Es war üblich, daß die gehißte SS-Fahne durch Abnehmen der Mütze beim Vorbeigehen von den Häftlingen gegrüßt wurde. Diese ,Ehrenbezeigung' lehnte Schneider als Götzendienst ab. Damit begann der Leidensweg von Paul Schneider. Als erstes bekam er 25 Stodchiebe und wurde in Dunkelarrest gesperrt, in dem er bis zu seinem Tode blieb. Dort bekannte er der SS gegenüber unerschrocken den christ-