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Machu Picchu
' lííil'li
Im Reich der Inka
Zu den großen Kulturen, die mit dem Begriff Südamerika auf das engste verbunden sind, gehört sicherlich die der Inka. Zwar berichten die Medien allenthalben über neue Ergebnisse der Forschung, doch noch immer ist das Inka-Reich von vielen Rätseln und Geheimnissen umgeben. In seiner Blütezeit erstreckte sich das Reich über die Küstenlandschaften und die Anden vom heutigen Südkolumbien über Ecuador, Peru und Bolivien bis ins südliche Chile. Die Kemlande waren jedoch Ecuador, Pena und Bolivien.
Die mächtigen Inka-Bauten von Machu Picchu und bei Cusco sind jedoch keineswegs die einzigen präkolumbischen Attraktionen der drei Länder. Schon vor den Inka gab es im Hochland wie an der Küste bedeutende Kulturen, die mehr oder weniger deutliche Spuren hinteriassen haben. Die Reste ihrer Städte und ihre Kunstwerke belegen ein hohes, mit der Inka-Kultur durchaus vergleichbares Niveau, ja in einigen Fällen scheinen sie ihr sogar überlegen gewesen zu sein. Die Zeit der Inka war nur eine, die letzte der indianischen Kulturepochen vor dem Eintreffen der Spanier. Während der spanischen Herrschaft ent-
standen glanzvolle Kirchen und Paläste, von denen einige heute zu den schönsten Sehenswürdigkeiten des Kontinents zählen.
Neben beeindruckenden Baudenkmälern gibt es im einstigen Inka-Reich prächtige Berglandschaften, die allein schon eine Reise lohnen. Dort liegen die alten Siedlungsgebiete der indígenas. Die Bezeichnung »Indio« für die Indianer ist zwar weit verbreitet, wird aber von der indianischen Bevölkerung selbst als abwertend empfunden. In den Dörfern mag das Leben der Indianer wie eine einzige folkloristische Darbietung anmuten, doch nur zu leicht täuscht dieses Bild über die brennenden sozialen Probleme hinweg. Überdeutlich werden sie in den Städten, wo die Armenviertel unaufhöriich wachsen. In der Hoffnung auf bessere Erwerbsmöglichkeiten und ein wenig Luxus der Industriegesellschaft veriassen gerade junge Menschen die ländlichen Regionen. Meist jedoch fristen sie dann ein Dasein in Armut in den Siedlungen am Rand der Städte, wo jegliche Infrastruktur fehlt - wie die Ausbreitung der Cholera in Peru und Ecuador 1991 in dramatischer Weise dokumentierte.