Bővebb ismertető
Götz Eckardt Antoine Pesne
Gegen 1710 ließ sich Preußens erster König von seinem kurz zuvor nach Berlin berufenen Hofmaler Antoine Pesne in Lebensgröße porträtieren. Auf diesem offiziellen Staatsporträt sitzt der Monarch in vollem Krönungsornat auf dem goldenen Thron, dessen Lehne mit einer mächtigen geschnitzten Krone geziert ist. Das Zepter in der Rechten, blickt er zu der imaginären Menge herab, um deren Huldigung entgegenzunehmen. Dem Bestreben, die dargestellte Person in ihrer Bedeutsamkeit zu steigern, dienen der vi^irkungsvoll drapierte, weitausladende Hermelinmantel ebenso wie die dunklen Samtvorhänge des Thronhimmels und die Säulenarchitektur. Ohne Zweifel kannte Pesne das von seinem älteren Landsmann Hyacinthe Rigaud etwa zehn Jahre früher gemalte Bildnis Ludwigs XIV. von Frankreich (Paris, Louvre), das für das höfische Staatsporträt des Barocks die vorbildhafte Formulierung geprägt hatte. Unter dem Einfluß der Werke Anton van Dycks entstanden, zeigt es den König in stolzer, hochmütiger Selbstsicherheit, eine Welt trennt ihn von den Untertanen, in denen der Herrscher «von Gottes Gnaden» nur Werkzeuge seines alles umspannenden monarchischen Willens erblickt. Daneben wirkt Pesnes Bildnis weit weniger majestätisch: Nicht einem gebieterischen «Sonnenkönig» stehen wir gegenüber, sondern einem körperlich hinfälligen und geistig trägen Menschen, der inmitten der aufgebotenen Pracht nur um so kraftloser erscheint. Ganz sicher lag es nicht in der Absicht des preußischen Hofmalers, aller Welt
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