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Von Zwei- und Vierbeinern
Heute abend habe ich den guten Vorsatz gefaßt, in Zukunft Tagebuch zu führen. Mehrere erfolglose Versuche habe ich bereits hinter mir. An meinem zwölften Geburtstag bekam ich von Tante Fine aus Berlin ein Tagebuch geschenkt, ein in Leder gebundenes, mit einem goldfarbenen Schloß gesichertes Monstrum. Während Mutter und meine Geschwister schon in der Küche sitzen und sich auf ein üppiges Abendessen vorbereiten, habe ich besagtes Tagebuch aus meiner Nachttischschublade geholt und darin geblättert. Wenn Maren und Jana mit im Zimmer sind, kommt man ja zu nichts.
Ganze drei Seiten habe ich in den letzten fünf Jahren geschrieben. Eine ziemlich schwache Leistung. »Achtzehnter November. Tante Fine hat mir ein Tagebuch geschenkt. Ich werde versuchen, es gewissenhaft zu führen, natürlich nur, wenn mir die Ponys genügend Zeit lassen und meine Schwestern nicht versuchen, hinter meine Geheimnisse zu kommen. Der Geburtstag war super. Ich habe sechs Stück Torte gegessen.« »Weihnachten. Mutter hat noch ein Pony gekauft! Sie muß wirklich verrückt sein. Aber prima ist es schon. Die Zwillinge durften gleich mal aufsitzen, beide zusammen, Mutter hat sie festgehalten. Wir Mädchen haben wieder mal das Nachsehen. Typisch!« Dann kam lange, lange nichts. Erst zwei Jahre später konnte ich mich wieder zu einigen Zeilen aufraffen. »Neunter Februar. Frekja hat ein gesundes Stutfohlen bekommen. Leider müssen wir es verkaufen, sobald es abgesetzt ist. Mutter behauptet, die Ponys würden uns ohnehin die Haare vom Kopf fressen.«