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Vorwort
Die vom VIII. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands beschlossene weitere Entwicklung der Landwirtschaft wird geprägt durch die sozialistische Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und den schrittweisen Übergang zu industriemäßigen Produktionsmethoden auf dem Wege der Kooperation. Dieser objektiv gesetzmäßige, der proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft und der Produktivkräfte Eechnung tragende Prozeß bildet die Voraussetzung zur Erfüllung der wachsenden Ansprüche der sozialistischen Gesellschaft an die Produktion von Nahrungsgütern und Rohstoffen für die Industrie. Er ist kennzeichnend für die Agrarpiogramme aller sozialistischen Bruderländer, dia aufbauend auf den Beschlüssen des XXIV. Parteitages der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zielgerichtet eine hochproduktive Landwirtschaft aufbauen.
Die weitere Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion findet ihren Ausdruck u. a. in einer zunehmenden Chemisierung des Pioduktionsprozesses, insbesondere im Bereich der Pflanzenproduktion. Die Absicherung des Nährstoffbedarfs der in den kommenden Jahren geplanten hohen Erträge pro ha LN mit gewünschten Qualitätseigenschaften erfolgt durch eine verstärkte Mineraldüngerbereitstellung. Gemeinsame Aufgabe der in der Agrarwissenschaft und -praxis tätigen Kollektive ist es, die von den Werktätigen der chemischen Industrie bereitgestellten Düngemittel wissenschaftlich fundiert und damit mit höchster Effektivität einzusetzen.
Sowohl eine ungenügende als auch übermäßige Versorgung mit einzelnen oder allen Nährstoffen führt zu einer Störung des normalen Ablaufes von Wachstum und Entwicklung der Pflanzen, zur Ausbildung mehr oder weniger charakteristischer morphologischer Veränderungen des normalen Habitus und/oder zu Minderungen der gewünschten Qualitätseigenschaften.
Aufgabe der Agrikulturchemie ist es daher, nicht nur aufzuzeigen, wie durch steigendo Düngergaben die Erträge erhöht werden können, sondern wie dadurch in gleicher Weise die Qualität der Ernteprodukte beeinflußt wird bzw. beeinflußt werden kann und nicht zuletzt, wie auch überhöhte, unrentable, einseitige und sich möglicherweise nachteilig auswirkende Düngergaben vermieden werden können.
Neben der agrochemischen Bodenanalyse zur Ermittlung der Nähistoff- bzw. Dünger-bedürftgkeit der Böden und zur Erstellung von Düngungsempfehlungen, möglichst unter Verwendung der modernen Rechentechnik mit Hilfe von EDV-Programmeil, haben auch die Verfahren der visuellen Pflanzendiagnose und dei agrochemischen Pflanzenanalyse eine nicht zu unterschätzende Bedeutung bei der Erkennung sowie Vermeidung von mineral-stoffbedingten Wachstumsanonialien auf Teilflächen oder ganzen Schlageinheiten. Desgleichen sind die Pflanzendiagnose und Pflanzenanalyse im Obstbau, in Plantagenkulturen und in der Forstwirtschaft weit verbreitet, da beide Verfahren gegenüber der agrochemischen Bodenanalyse hier manche Vorteile aufweisen.