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VORREDE
Die Philosophiegeschichte ist zuweilen eine Galerie der Philosophen genannt worden. In der Tat besitzen wir darin viele vorzügliche, wenngleich nur hterarische Portraits der Philosophen. Das biographische Moment hat seit den Zeiten des Diogenes Laertius, der „Leben und Meinungen" berühmter Philosophen beschrieb, immer wieder interessiert und zur Darstellung gereizt. Ist es doch auch zum Verständnis mancher „sonderbaren Meinung" - wie es im Titel alter Werke oft heißt - eine aufschlußreiche Erkenntnisquelle.
Und doch finden wir nur selten eigentliche Bildnisse, die uns auch die lebendige Physiognomie der Philosophen überliefern. Was aber könnte uns die Philosophen menschlicher darbieten, als wenn sie uns gleichsam ins Auge schauen? In ihren Bildern treten sie uns - durch die Kunst der Maler der Vergänglichkeit enthoben - in ihrer ganzen lebendigen Individualität entgegen, und so zwingen wir sie, die sich sonst hinter ihrem Werk verbergen, geradezu leutsehg zu jedermann zu sein.
Wir haben die vorliegenden Bilder sämtlich dem Theatrum virorum eruditione clarorum des Paul Freher entnommen, das im Jahre 1688 in Nürnberg erschienen ist. Sie dürften zum großen Teil nach den Stichen des Theodor de Bry gefertigt zu sein, dem seinerseits zum Teil originale Handskizzen des Janus Jacobus Boissard vorlagen. Wir behalten uns vor, das Einschlägige aus dem Werk des Boissard in einem weiteren Bande vorzustellen.
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