Bővebb ismertető
Der 2. November 1945 war für die Lithographie ein Schicksalsdatum. An diesem Tage erschien Picasso in den Werkstätten des Pariser Meisterdruckers Fernand Mourlot, angeblich, um drei Zeichnungen, die er mitgebracht hatte, auf den Stein übertragen zu lassen, in Wirklichkeit aber wohl, weil er Lust verspürte, sich wieder mit dem Steindruck zu befassen. Er hatte es fünfzehn Jahre lang nicht getan. Seine erste Lithographie war 1919 entstanden, seine letzte 1930, alles in allem waren es 27 Stück in elf Jahren gewesen, also wenig genug, und dann kam die lange Unterbrechung. Picassos Besuch versetzte Mourlot und seine Leute in Aufregung; vermutlich spürten sie, daß sich da etwas Entscheidendes anbahnte. Sie täuschten sich nicht. Noch am selben Tag wurden vier Lithographien gedruckt, drei nach den mitgebrachten Blättern (eine davon oben rechts) und eine nach einem Entwurf, den der Maler an Ort und Stelle zeichnete. Von nun an kam Picasso täglich, morgens gegen neun Uhr, und arbeitete pausenlos, wie ein Besessener, bis zum Abend — vier Monate lang; er war dem Steindruck verfallen. In einer Ecke der Werkstatt hatte er sich seine eigene kleine Werkstatt eingerichtet; mit den Arbeitern kam er, nun selber ein Lithograph, kameradschaftlich aus und verblüffte sie durch die Kühnheit seines technischen Vorgehens. Er benutzte selbsterfundene Instrumente. Er hörte sich handwerkliche Ratschläge freundlich an, beherzigte sie jedoch nicht. Er brachte alte lithographische Verfahren zu neuen Ehren und holte aus