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PIERRE-AUGUSTE RENOIR
Mit einundzwanzig Jahren hatte sich Renoir durch Glasmalerei für illusionshungrige Missionare so viel Geld zusammengespart, daß er sich einer gründlichen Ausbildung im Atelier Charles Gleyres, eines mittelmäßigen Schweizer Malers, widmen konnte, der sich ein- bis zweimal in der Woche seinen Schülern, zu denen auch Claude Monet, Alfred Sisley und Jean-Frédé-ric Bazille gehörten, zeigte, um ihre Arbeiten im klassizistischen Geist von Ingres zu verbessern. Gleyre, der voller Verachtung auf die von seinen Schülern bewunderten Künstler wie Diaz, Jongkind, Corot herabschaute, sagte einmal zu Renoir: „Man malt nicht zu seinem Vergnügen." Worauf ihm Renoir antwortete: „Wenn das Malen für mich kein Vergnügen wäre, würde ich es nicht tun."
In dieser Antwort liegt das ganze Künstlertum Renoirs beschlossen. Überblickt man sein gesamtes Werk, so offenbart sich das Bild eines Malers, der mit einer Freude an seiner Kunst geschaffen hat, wie sie nirgendwo ihresgleichen findet. Eines Malers auch, dessen Herz eine ebenso unerschöpfliche Freude an allen Erscheinungen des Lebens erfüllt. Diese beiden elementaren Freuden bilden eine untrennbare Einheit, und hierin liegt auch der sinnliche Reichtum seiner Kunst begründet. Renoir war ein warmer lebensvoller Mensch, dessen Herz in solchem Maße zur Sonne drängte, daß er einmal sagte: „Warum soll man Schnee malen, diesen Aussatz der Natur?" . . . Für ihn bestand die Welt aus Licht und Sonne und aus der Pracht eines schönen Frauenkörpers, der, seiner Äußerung nach, wie eine schöne Frucht gemalt werden müsse, und so
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