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Vorwort Wenn Gesundheitspolitiker oder Vertreter der Krankenkassen in der Öffentlichkeit über die Kostenexplosion im bundesdeutschen Gesundheitswesen klagen, appellieren sie gerne an den mündigen Patienten". Durch Einsicht in gesundheitsschädliche Lebensgewohnheiten soll er selbst mit zur Kostensenkung beitragen und nicht gleich wegen jeder Bagatellkrankheit vom Arzt ein Arzneimittel verlangen. Das ist im Prinzip richtig. Viele der Zivilisationskrankheiten, die heute als neue Seuchen" die Gesundheit bedrohen, sind hausgemacht" - Folgen falscher Ernährung, des Genußmittelmißbrauches, Bewegungsmangels und nicht zuletzt der zahlreichen Streßfaktoren, die Hektik und Reizüberflutung des Alltags mit sich bringen. Und es ist ebenso richtig, daß viele Menschen heute nicht mehr bereit sind, kleine Unpäßlichkeiten und banale Gesundheitsstörungen des Alltags zu ertragen oder durch einfache Hausmittel zu lindern, sondern eher den Arzt wechseln, wenn er ihnen dagegen kein sofort wirksames Arzneimittel verschreibt, oder sich rezeptfreie und keineswegs immer unschädliche Arzneimittel selbst besorgen. Bei kritischer Betrachtung erweisen sich die Klagen der Verantwortlichen aber zumindest teilweise als Augenwischerei". Die Kostenexplosion erklärt sich nicht allein aus der erschreckenden Zunahme der Zivilisationskrankheiten, die mit falschen Lebensgewohnheiten in Zusammenhang stehen. Maßgeblich daran beteiligt ist auch die Verschreibungspraxis der Ärzte, die mit chemischen Kanonen" unnötig auf Spatzen schießen", und die Pharmaindustrie, die immer mehr chemische Arzneimittel zu immer höheren Preisen auf den Markt wirft, die allenfalls Symptome unterdrücken, aber nicht viel zur wirklichen Heilung beitragen. Hinter all dem steht die verwegene" Hoffnung der Mediziner und Pharmazeuten, Krankheiten durch Medikamente heilen zu können. Genau das ist nicht der Fall. Die Natur heilt, Arzt und Arzneimittel können ihr dabei nur helfen. Diese altbekannte Tatsache wurde mit dem triumphalen Aufschwung der Naturwissenschaften - insbesondere der Chemie, Labor- und Apparatemedizin - verdrängt und bei den Laien der Eindruck erweckt, daß heute praktisch alles machbar" sei. Die Heilkraft der Natur läßt sich durch chemische Arzneimittel nicht verbessern. Im günstigsten Fall lindern sie die Symptome einer Krankheit so lange, bis der Körper selbst mit den Krankheitsursachen fertiggeworden ist, im ungünstigsten Fall führen sie zu Nebenwirkungen, die schließlich ernster als die Krankheit selbst sind und schlimmstenfalls tödlich enden. Seit der Contergan-Katastrophe erlebten wir mehrere neue Arzneimittel-Skandale, erinnert sei nur an die jüngst entbrannte Diskussion um chemische Rheumamittel. Obwohl all dies bekannt ist - oder bekannt sein müßte - gelten die meisten biologischen Heilmethoden noch immer als Außenseiterverfahren, mit denen die Schulmedizin sich nicht abgibt und deren Kosten die gesetzlichen Krankenkas-