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PILLNITZ
Im Kranz der Natur- und Kunstschönheiten, der das neuerstandene Dresden einfaßt, ist wohl Pillnitz das anmutigste Kleinod. Jeder, der an einem sonnigen Tag, sei es im Frühling, im Sommer oder im Herbst, durch den blühenden Lustgarten und über die verschlungenen Parkwege wandelt oder vom Elbdampfer zum Wasserpalais hinüberschaut, wird den Zauber empfinden und unvergeßlich bewahren, den Pillnitz bezwingend ausübt. Eingebettet zwischen den spiegelnden Strom und den Bergwald, liegt eine Architektur, die steingewordener Musik gleicht. Der heitere Rhythmus der geschwungenen Dächer, die feingegliederte Symmetrie der zierlichen, säulenumgebenen Pavillons vor dem Hintergrund schwerer Laubkronen - alles klingt zusammen zu einer beglückenden Sinfonietta unbeschwerter Daseinsfreude.
lind doch ist dieses Pillnitz noch nicht lange unser Pillnitz. Die es bauen ließen, taten es nicht für uns. Fürstliche Laune und Selbstsucht gaben den Baumeistern den Auftrag. Ein Lustschloß für Feste, Spiele und Mätressen sollte es sein, ein kostbares Spielzeug für die Langeweile der Untätigen - geschaffen und unterhalten durch Zins und Dienst der „Untertanen", die „frühe mit Hervorbrechung des Tages zu fröhnen anzufangen und mit Sonnen Niedergang von der Arbeit abzutreten" hatten, wie das Pillnitzer Erbregister von 1649 unerbittlich bestimmte.
Unser Pillnitz danken wir den großen Schaffenden von einst, den Pöppelmann und Longuelune, Weinlig und Schuricht, und ihren unbekannten fleißigen Helfern, aber auch den Gartenarchitekten und Gärtnern von heute, die ihr Bestes geben, um Schloß und Park in einer Schönheit erstrahlen zu lassen, die zur Zeit der Fürstenherrschaft nie erreicht wurde.
Musik erfüllt den blumenbunten Lustgarten im sommerlichen Pillnitz und schwingt in den Rhythmen der Architektur weiter. Erinnerungen an die Geburt unsterblicher deutscher Musik durchweben auch die nachbarliche Landschaft. In einer Winzerstube in Hosterwitz erklangen unter den Händen eines schmächtigen Kapellmeisters aus Dresden erstmalig Melodien des „Freischütz" und der „Euryanthe". Und in