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Erstes Kapitel
Wie es zuging, daß Meister Kirsche, der Tischler, ein Stück Holz fand, das wie ein Kind weinen und lachen konnte
Es war einmal
„Ein König!" werden sofort meine kleinen Leser rufen.
Nein, Kinder, da habt ihr euch geirrt! Es war einmal — ein Stück Holz. Es war gar kein besonderes Holz, sondern ein ganz gewöhnliches Stück Brennholz, wie man es im Winter in den Ofen oder in den Kamin steckt, um Feuer anzuzünden und die Stube zu heizen. , .
Ich weiß nicht, wie es zuging, aber Tatsache ist, daß dieses Stück Holz eines schönen Tages in die Werkstatt eines alten Tischlers geriet. Der Tischler hieß Meister Antonio, aber alle nannten ihn nur Meister Kirsche, weil seine Nasenspitze immer rot war und wie eine reife Kirsche leuchtete. Sobald Meister Kirsche dieses Stück Holz entdeckte, wurde er ganz vergnügt. Er rieb sich vor Freude die Hände und brummelte vor sich hin: ,,Dieses Holz kommt mir wie gerufen, ich werde ein Tischbein daraus machen."
Gesagt, getan. Gleich nahm er sein scharf geschliffenes Beil, um die Rinde abzuschälen und das Holz zu glätten. Aber als er eben den Arm hob und zum ersten Schlag ausholte, hielt er plötzlich wie erstarrt inne, denn er hörte ein ganz feines Stimmchen, das flehend bat:
,.Schlag nicht so fest zu!"
Stellt euch vor, was für ein Gesicht der gute alte Meister Kirsche da machte! Bestürzt ließ er die Augen im Zimmer umherschweifen, um zu sehen, woher das Stimmclien wohl gekommen sein mochte;
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