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Hallo, Tagebuch, sei gegrüßt!Du sollst mein bester Freund werden, und Dir will ich alles anvertrauen: meine Liebe zu A. M., und was sonst noch passiert. Du kannst zuhören, Du unterbrichst mich nicht, Du fängst nicht an, dämlich zu grinsen, und - vor allem - Du kannst schweigen.Ich habe Dich gestern gekauft, in Willis Lädchen am Marktplatz. Du hast DIN-A-4-Format, bist circa zwei Zentimeter dick und steckst in einem schwarzen Pappdeckel mit lila Veilchen drauf.Wahrscheinlich verstecke ich Dich im Karton meines Froschkönig-Puzzles, der zwischen all den anderen Museumsstücken aus meiner Kinderzeit steht. Dort wird hoffentlich keiner herumwühlen. Wehe ihm vielmehr ihr! Denn wenn eine wühlt, dann bestimmt meine eklige kleine Schwester, die ihre Pickelnase grundsätzlich in Dinge steckt, die sie einen Dreck angehen.Zur Sache (Vorgeschichte meiner Liebe zu A. M.)J.Im allgemeinen finde ich Jungen blöd. Es gibt nur wer nige Ausnahmen. Betrachten wir unsre Klasse, die allseits gefiirchtete, berühmt-berüchtigte Acht Anton. Da sind als erstes die völlig Irren. Man erkennt sie daran, daß sie ihre Schulsachen in schwarzen Koffern durch die Gegend schleppen. Darauf steht mit Lackmalstiften: Dreamgirl Annabel Birkner. Annabel ist unser Klassenstar und darf sich sonstwas erlauben. Alle, sogar manche Lehrer, finden sie umwerfend, und es existiert kaum ein Junge, der nicht in sie verknallt ist oder es irgendwann mal war.5