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Vorwort.
Bei der Bearbeitung dieser „Plastischen Anatomie des Menschen" kam es mir weniger darauf an, dem, was in Lehrbüchern bis jetzt geschrieben wurde, noch viel Neues hinzuzufügen, als vielmehr einen ausführlichen Inhalt in kurzer Fassung übersichtlich darzustellen. Es ist für den Künstler nötig, die Studien in den Hilfswissenschaften, wozu auch die Anatomie gehört, ohne zu großen Zeitaufwand zu bewältigen. Ein Werk, das aber dafür besonders geeignet wäre, fehlt nach meiner Überzeugung tatsächlich und ich bin in dieser Ansicht auch durch die Leiter von akademischen Anstalten und Schulen, sowie durch die Schüler selbst bestärkt worden, so daß ich wohl annehmen darf, daß diese Anatomie in den rechten Händen Nutzen zu bringen imstande sein wird.
Der Lehrgang ist nach den Erfahrungen langjähriger Tätigkeit im Hinblick auf die Anforderungen des Aktsaales verfaßt, doch hat das allgemein Wissenswerte auch Beachtung gefunden. Bei den Bezeichnungen der Knochen und Muskeln habe ich die lateinischen Namen angeführt, damit sich die Studierenden in den größeren Werken über Anatomie, die vielfach nur lateinische Benennungen aufweisen, besser zurechtfinden können. Das am Schlüsse beigefügte Verzeichnis der Skeletteile, welche sich am Lebenden zeigen, dürfte für das Aktstudium willkommen sein.
Von den anatomischen Tafeln, die mein Schüler in der Anatomie, Maler Paul Mather, für das Werk gezeichnet hat, sind dreißig nach überlebensgroßen Darstellungen angefertigt worden, die ich in derselben Technik für meine Vorträge an der Königlichen Kunstakademie und an der Kunstgewerbeschule zu Düsseldorf ausgeführt hatte. Wie ich bei diesen stets die Natur zugrunde legte, so ist auch Herr Mather bei seinen späteren selbständigen Zeichnungen immer vom Skelett ausgegangen und er hat seine Aufgabe mit großer Ausdauer und mit Geschmack durchgeführt.
In den Abbildungen ist neben dem Notwendigen auch alles für